Ehemalige RAF-Terroristin empört Luzern
Aktualisiert

Ehemalige RAF-Terroristin empört Luzern

Die ehemalige deutsche Terroristin Inge Viett soll am Donnerstag im Luzerner Kulturzentrum Boa lesen. Der Stadtrat verurteilt den geplanten Auftritt.

Die heute 63-jährige Inge Viett gehörte der linksradikalen Bewegung 2. Juni sowie der Roten Armee Fraktion (RAF) an. Zeitweise tauchte sie in der DDR unter.

1992 wurde sie in Deutschland zu 13 Jahren Haft wegen versuchter Tötung eines französischen Polizisten im Jahr 1981 verurteilt. 1997 wurde sie vom zuständigen Oberlandesgericht vorzeitig aus der Haft entlassen mit der Begründung, sie habe sich von den Zielen der RAF distanziert. Viett ist heute Autorin.

Viett sei rechtskräftig verurteilt worden und habe ihre Haftstrafe abgebüsst, schreibt der Luzerner Stadtrat in einer Mitteilung. Er missbillige trotzdem entschieden das extremistische Gedankengut und die Handlungsfolgen der Frau.

Das alternative Kulturzentrum Boa wird von der Stadt subventioniert. Der Stadtrat übe keine Zensur aus, hält er in seiner Mitteilung fest. Er distanziere sich aber vom Inhalt der Veranstaltung in dieser unwidersprochenen Form.

Noch vor dem Stadtrat hatte die SVP auf den Boa-Anlass reagiert. Dieser beweise, von welcher weltfremder Gesinnung die Betreiber der Boa seien und dass das Kulturhaus schon längstens hätte geschlossen werden müssen.

(sda)

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