Nach 78 Kriegstagen : Ehemalige russische Kämpfer äussern schwere Kritik an den eigenen Truppen 
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Nach 78 Kriegstagen Ehemalige russische Kämpfer äussern schwere Kritik an den eigenen Truppen 

Der Ex-Kommandant Igor Girkin wirft dem russischen Verteidigungsminister Schoigu «kriminelle Fahrlässigkeit» vor. Auch ein früherer Söldner der Wagner-Gruppe kritisierte unlängst das russische Militär scharf.

von
Dominik Fischer
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Über seinen Telegram-Kanal warf der russische Ex-Kommandant Igor Girkin dem Verteidigungsminister Schoigu Fahrlässigkeit und Verrat vor. 

Über seinen Telegram-Kanal warf der russische Ex-Kommandant Igor Girkin dem Verteidigungsminister Schoigu Fahrlässigkeit und Verrat vor. 

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 «Ich beschuldige Sergei Schoigu direkt mindestens der kriminellen Fahrlässigkeit», sagte Girkin.

«Ich beschuldige Sergei Schoigu direkt mindestens der kriminellen Fahrlässigkeit», sagte Girkin.

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Girkin selbst wird wegen seiner mutmasslichen Rolle beim Abschuss des Flugzeugs MH17 mit einem internationalen Haftbefehl gesucht.

Girkin selbst wird wegen seiner mutmasslichen Rolle beim Abschuss des Flugzeugs MH17 mit einem internationalen Haftbefehl gesucht.

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Darum gehts

  • Die interne Kritik an dem russischen Militär und der Invasion häuft sich. 

  • Der ehemalige Kommandant Igor Girkin vermutet sogar einen Verrat des Verteidigungsministers. 

  • Der Ex-Söldner der Gruppe Wagner sagt, das Scheitern der russischen Truppen sei unvermeidlich gewesen. 

Ein ehemaliger Kommandant der pro-russischen Streitkräfte hat dem russischen Verteidigungsminister Sergei Schoigu schwere Vorwürfe gemacht. «Ich beschuldige Sergei Schoigu direkt mindestens der kriminellen Fahrlässigkeit», sagte Igor Girkin in einem Videointerview, das am Freitag auf seinem Telegram-Kanal veröffentlicht wurde. «Ich habe keinen Grund, ihn des Verrats zu beschuldigen. Aber ich würde das vermuten», sagte er gemäss Berichten des «Kurier».

Wegen seiner mutmasslichen Rolle beim Abschuss des Flugzeugs MH17 gibt es einen internationalen Haftbefehl gegen Girkin. Im Krieg in der Ukraine seit 2014 war er einer der militärischen Führer der separatistischen Volksrepublik Donezk und soll im russischen Militärgeheimdienst aktiv gewesen sein.

Die Stärke der Ukraine hat Russland «völlig überrascht»

In letzter Zeit wird vermehrt interne Kritik am russischen Militär laut. So kritisierte am Donnerstag ein ehemaliges Mitglied der berüchtigten Wagner-Gruppe die Fähigkeiten der russischen Truppen. Das Scheitern des russischen Militärs bei der Einnahme der ukrainischen Hauptstadt sei unvermeidlich gewesen, weil es in den Jahren zuvor nie direkt mit einem mächtigen Feind konfrontiert gewesen sei, sagte der frühere Söldner Marat Gabidullin gegenüber «Reuters».

Über die Rückschläge der Soldaten sagte er: «Sie waren völlig überrascht, dass die ukrainische Armee so heftigen Widerstand leistete und dass sie es mit einer echten Armee zu tun hatten.» Auf russischer Seite habe man erwartet, beim Einmarsch in die Ukraine auf zusammengewürfelte Milizen zu treffen, nicht auf gut ausgebildete reguläre Truppen, so Gabidullin. Er selbst verliess die Wagner-Gruppe im Jahr 2019 und lehnte ein Angebot ab, auf russischer Seite in der Ukraine zu kämpfen. 

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Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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