Ehemaliger Bademeister verurteilt
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Ehemaliger Bademeister verurteilt

Das Strafgericht Lausanne hat am Freitag einen ehemaligen Bademeister zu 20 Tagen Gefängnis bedingt verurteilt.

Der Mann wurde im Zusammenhang mit einem tödlichen Badeunfall im Juni 2000 der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen.

Ein weiterer Bademeister sowie der Chef des Lausanner Strandbades wurden freigesprochen. Nach Ansicht des Gerichts war das Fehlverhalten des Verurteilten der Hauptgrund für den tödlich verlaufenen Unfall. So sei der Mann während mehreren Minuten seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen.

Das Drama passierte an einem Sommertag im Juni 2000 im Strandbad Bellerive in Lausanne. Zwei Jugendliche im Alter von 15 und 19 Jahren schwammen bis zu den rund 50 Meter vom Strand entfernten Bojen hinaus, die den zum Baden bestimmten Sektor des Sees abgrenzen.

Auf dem Rückweg verschwand der 19-Jährige plötzlich im Wasser, nachdem er seinen geschwächten Freund einige Zeit gestützt hatte. Dieser wurde von einem anderen Badenden bis ans Ufer gezogen. Ein Mädchen machte den zuständigen Badmeister auf den Zwischenfall aufmerksam.

Wertvolle Zeit verloren

Laut Anklage begnügte sich der Strand-Aufseher damit, einen 10- jährigen Knaben loszuschicken, um die anderen Bademeister zu alarmieren. Durch die unklare Information ging wertvolle Zeit verloren, bis sich die Retter in einem Boot auf die Suche nach dem Vermissten machten.

Erst nach dreimaligem Tauchen konnte der Körper des Jugendlichen aus dem See geborgen werden. Trotz Wiederbelebungsversuchen verstarb der 19-Jährige wenige Stunden später im Spital. (sda)

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