Sibirien - Ehemaliger Nawalny-Chefarzt wird vermisst
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SibirienEhemaliger Nawalny-Chefarzt wird vermisst

Nachdem der Arzt Alexander Murachowski dem vergifteten Kremlkritiker lediglich eine Stoffwechselstörung bescheinigt und eine Ausreise nach Deutschland abgelehnt hatte, wurde er befördert. Nun fehlt von ihm jede Spur.

Polizisten suchen nach ihm: Alexander Murachowski. (Archivbild)

Polizisten suchen nach ihm: Alexander Murachowski. (Archivbild)

AFP/Dimitar Dilkoff

Darum gehts

  • Direkt nach dem Giftanschlag auf den russischen Oppositionellen Alexei Nawalny wurde dieser in der Klinik von Alexander Murachowski behandelt.

  • Dieser diagnostizierte lediglich eine Stoffwechselstörung.

  • Der mittlerweile zu einem regionalen Gesundheitsminister beförderte Arzt wird seit einem Jagdausflug vermisst.

Ein russischer Arzt, in dessen Krankenhaus der Kremlgegner Alexei Nawalny direkt nach einem Giftanschlag im vergangenen Jahr behandelt wurde, gilt als vermisst. Alexander Murachowski, mittlerweile Gesundheitsminister der sibirischen Region Omsk, kam von einem Jagdausflug am Freitag nicht zurück, wie die Staatsagentur Tass am Sonntag unter Berufung auf einen Polizeisprecher meldete. Eine örtliche Behörde hatte zuvor von einem 1971 geborenen Mann gesprochen, ohne einen Namen zu nennen. Demnach wurden zusätzliche Polizisten für die Suche angefordert.

Murachowski leitete bis vor einigen Monaten die Omsker Klinik, in die der mittlerweile im Straflager inhaftierte Nawalny gebracht wurde, nachdem er im vergangenen August auf einem Inlandsflug zusammengebrochen war. Später wurde der 44 Jahre alte Oppositionelle nach Deutschland ausgeflogen und wochenlang in der Berliner Charité behandelt. Untersuchungen mehrerer Labore zufolge wurde er mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Murachowski hatte Nawalny damals lediglich eine Stoffwechselstörung bescheinigt.

Murachowski befördert

Nawalny warf ihm eine «Fälschung» der Diagnose vor. Seine Unterstützer beschuldigen Murachowski zudem, Nawalnys Verlegung nach Deutschland hinausgezögert zu haben. Im November wurde der Mediziner zum Gesundheitsminister der sibirischen Region befördert.

Russland gibt an, man habe bei Nawalny keine Vergiftung nachweisen können und leite deshalb keine Ermittlungen ein. Die EU und die USA haben Russland immer wieder zur Untersuchung des Verbrechens aufgefordert und Sanktionen gegen das Land verhängt.

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(DPA/chk)

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