Nord-Stream-2: Ehemaliger Kommunikationschef war Stasi-Spitzel

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Nord-Stream-2Ehemaliger Kommunikationschef war Stasi-Spitzel

Das Projekt Nord-Stream-2 sollte unter Umgehung der Ukraine russisches Gas unter der Ostsee nach Deutschland bringen, es wurde mittlerweile gestoppt. Die «Bild»-Zeitung berichtet, dass der ehemalige Kommunikationschef des Projekts ein ehemaliges Stasi-Mitglied ist. 

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Der ehemalige Kommunikationschef der deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord-Stream-2 war laut «Bild»-Recherchen Mitarbeiter bei der Stasi, der Geheimpolizei der DDR. (Archivbild) 

Der ehemalige Kommunikationschef der deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord-Stream-2 war laut «Bild»-Recherchen Mitarbeiter bei der Stasi, der Geheimpolizei der DDR. (Archivbild) 

IMAGO/Christian Thiel
Der ehemalige Grenzübergang zur DDR in Berlin. (Archivbild) 

Der ehemalige Grenzübergang zur DDR in Berlin. (Archivbild) 

IMAGO/blickwinkel

Darum gehts

  • Die «Bild»-Zeitung hat anhand des Stasiunterlagen-Archivs recherchiert, dass der ehemalige Kommunikationschef der deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord-Stream-2 ein Stasi-Mitglied war.

  • Der Kommunikationschef bestätigte dies der Zeitung. 

  • Er sagte aber auch, dass in dieser Zeit «fast alle» Wehrdienstleistenden «von der Stasi missbraucht wurden».

  • Die Stasi hat jahrelang Systemkritiker der DDR ausspioniert und verfolgt. 

Der ehemalige Kommunikationschef der auf Eis gelegten deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 war einem Medienbericht zufolge in den 1980er-Jahren inoffizieller Stasi-Mitarbeiter (IM). Wie die «Bild»-Zeitung (Samstagsausgabe) unter Berufung auf eine Akte des Stasiunterlagen-Archivs berichtet, verpflichtete sich der langjährige Nord-Stream-2-Kommunikationsmanager Steffen Ebert im Jahr 1984, mit dem DDR-Geheimdienst zusammenzuarbeiten. Dem Bericht zufolge bestätigte Ebert der «Bild»-Zeitung seine Stasi-Tätigkeit.

Ebert sagte der «Bild»-Zeitung, er sei wie «in der Regel fast alle» Wehrdienstleistenden in der Nationalen Volksarmee «von der Stasi missbraucht» worden. Er bereue heute, Informationen über andere an die Stasi weitergegeben zu haben.

«Zum Opfer der Indoktrination des Systems geworden»

Zudem sei er «wie viele Menschen der DDR in meiner Arglosigkeit zum Opfer der Indoktrination des Systems» geworden, ergänzte der heute 57-jährige Ebert demnach. Daher erwarte er, «dass das auch im Kontext jener Zeit betrachtet wird». 1987 lehnte Ebert, der den Decknamen «Stier» gewählt hatte, der «Bild»-Zeitung zufolge eine weitere IM-Tätigkeit aus «Gewissensgründen» ab.

Die Stasi agierte Geheimdienst in der DDR und war dafür bekannt, Bürger systematisch zu bespitzeln. Sie überwachten Systemkritiker, beschafften sich Zutritt zu deren Wohnungen und hörten Telefonate ab. Das Ziel: Verdächtige Regimegegner auszuschalten. Dabei wurden Persönlichkeits- und Menschenrechte missachtet.

Nord Stream 2 sollte unter Umgehung der Ukraine russisches Gas unter der Ostsee nach Deutschland bringen. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte die Bundesregierung das Zulassungsverfahren für das Pipeline-Projekt gestoppt. 

(AFP)

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