Aktualisiert 21.05.2013 17:01

Drama in MöhlinEhemann gesteht Mord an seiner Frau

Das Familiendrama von Möhlin AG ist geklärt: Der 42-jährige Ehemann hat am Pfingstmontag seine 38-jährige Frau getötet. Die beiden hatten sich erst vor kurzem getrennt.

von
Andrea Heeb Perrig

Der Portugiese hat in einer ersten Einvernahme gestanden, dass er am Pfingstmontag die Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau, ebenfalls eine Portugiesin, aufsuchte und diese getötet habe. «Wie ist noch Teil der Untersuchungen. Es ist aber klar, dass weder eine Schuss- noch eine Stichwaffe im Spiel war. Es war stumpfe Gewalt», sagt der Aargauer Oberstaatsanwalt Daniel von Däniken.

Der geständige Beschuldigte hat sich nach der Tat um circa 13.30 Uhr auf dem Polizeiposten Rheinfelden gestellt und angegeben, dass er seine Frau getötet habe. Das Motiv ist noch nicht ganz klar. «Es handelt sich um ein klassisches Beziehungsdelikt. Es kann sein, dass es um das Sorgerecht des gemeinsamen Sohnes ging», so von Däniken. Das Ehepaar lebte seit November getrennt, der 14-jährige Sohn war seit kurzem beim Vater untergebracht. Er war zur Tatzeit nicht in der Wohnung.

Nachbarn wussten von Ehestreit

«Das Opfer hat mir vor einiger Zeit erklärt, dass sie sehr froh sei, von ihrem Mann getrennt zu sein, aber unbedingt wolle, dass ihr minderjähriger Sohn bei ihr wohne», so ein Nachbar. «Sie war eine sehr nette Frau und ging liebevoll mit ihrem Sohn um», sagt eine Anwohnerin. Und ein anderer Nachbar weiss: «Sie arbeitete in der Dorfbeiz in der Küche und nahm aber auch immer wieder jede Art von Gelegenheitsjobs an, um die Familie über Wasser zu halten.»

Der Täter arbeitete in einer Lebensmittelhandelsfirma in Möhlin. Am Dienstagmorgen wurde die Geschäftsleitung von seinem Anwalt über dessen längere Geschäftsabwesenheit orientiert. «Daher mussten wir leider davon ausgehen, dass es sich beim Tatverdächtigen um einen unserer Mitarbeiter handelt», so die Geschäftsleitung in einer Mitteilung.Der Portugiese habe seit 1996 in der Firma, zuerst als Saisonnier und seit 2000 als Festangestellter in der Produktion gearbeitet. Der Arbeitgeber weiter: «Wir kennen ihn als ruhigen, hilfsbereiten und freundlichen Mitarbeiter.» Sie seien von der Trennung seiner Frau orientiert gewesen.

Die Leiche der Frau war am Pfingstmontag im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Steinligasse in Möhlin gefunden worden.

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