Ehemann griff Frau ins Lenkrad - zehn Jahre Zuchthaus?

Aktualisiert

Ehemann griff Frau ins Lenkrad - zehn Jahre Zuchthaus?

Der 41-jähriger Mann, der im November 2001 bei Küsnacht ZH seiner Frau ins Lenkrad gegriffen und dadurch einen Unfall verursacht hat, soll zehn Jahre ins Gefängnis.

Dies forderte die Anklage am Dienstag vor dem Zürcher Geschworenengericht.

Bei der Frontalkollision im Herbst 2001 auf der Seestrasse bei Küsnacht kam eine 23-jährige Frau ums Leben. Der Mann sei wegen vorsätzlicher Tötung sowie der versuchten vorsätzlichen Tötung zu verurteilen, begründete die Anklage ihren Antrag. Zudem forderte sie eine ambulante Psychotherapie während des Strafvollzugs.

Laut Anklage war ein Ehekrach Hintergrund des tödlichen Unfalls. Der Beschuldigte soll damals aus Eifersucht seiner Frau ins Lenkrad gegriffen haben. Bei der Kollision wurden die unbeteiligte entgegenkommende Lenkerin schwer, der Mann und seine Ehefrau mittelschwer verletzt. Die 23-Jährige starb drei Wochen später im Spital.

Angeklagter dreht alles um

Wenige Stunden nach dem Unfall war der 41-Jährige verhaftet worden. Seine damalige Ehefrau hatte ihn kurz nach dem Unfall und auch vergangene Woche vor Gericht erheblich belastet. Demnach soll er ihr während eines heftigen Streits in das Lenkrad gegriffen und den Unfall absichtlich verursacht haben.

Vor den Geschworenen stritt der Angeklagte jedoch alles ab. Er habe niemals in das Lenkrad gegriffen. Vielmehr habe seine Frau ihm einen heftigen Stoss in die Rippen verpasst, worauf er eine reflexartige Armbewegung in ihre Richtung gemacht habe, sagte der 41-Jährige. Den Tötungsvorwurf bezeichnete er als absurd.

Laut Anklage soll der Mann seiner Frau vor dem Unfall mitgeteilt haben, dass er sie und ihren gemeinsamen Sohn töten wolle. Grund dafür soll eine Beziehung sein, die seine Frau zu dieser Zeit mit einem anderen Mann hatte. Auch diesen drohte der Angeklagte zu töten. Das Urteil wird am kommenden Mittwoch erwartet.

(sda)

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