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Ehepaar erschlug Drogenprostituierte

Ein Deutscher und seine Schweizer Ehefrau stehen wegen der Tötung einer Drogenprostituierten vor dem Kreisgericht Bern-Laupen.

Sie haben gestanden, im November 1997 in Oberlindach ihr 30-jähriges Opfer erschlagen zu haben.

Die Anklage gegen den 45-jährigen Mann lautet auf Mord und vorsätzliche Tötung. Die 42-jährige Ehefrau ist der Gehilfenschaft zum Mord und eventueller vorsätzlicher Tötung angeklagt.

Tat im Voraus geplant?

Das Ehepaar, das sich selber prostituierte und einen Hang zu sexuellen Gewaltfantasien hat, bestritt am ersten Prozesstag, die Tat von langer Hand geplant zu haben. Sie hätten zwar darüber gesprochen, wie es wäre, einen Menschen sterben zu sehen. Solche Gespräche seien aber immer allgemein geblieben und ein Mord sei nie konkret geplant gewesen.

Bei früheren Untersuchungen hatte die Frau der Polizei gesagt, zusammen mit ihrem Mann Frauen beobachtet zu haben, um sie in Kategorien für leichte und schwierigere Opfer einzuteilen. Drogenabhängigkeit habe dabei als Kriterium für ein leichtes Opfer gegolten.

Pornographische Internetseite

Das Ehepaar unterhielt eine Seite auf dem Internet, auf der es Bilder von sexueller Gewalt, Hinrichtungen und Leichen gegen Geld zum Herunterladen anbot. Zwischen dieser Internetseite und ihrer Tat bestehe aber keine direkte Verbindung, beteuerten die Angeklagten.

Die Internetseite hätten sie unterhalten, um Geld zu verdienen und Freier anzuwerben. Persönlich lehnten sie Gewalt eigentlich ab: «Mir selber brachten die Bilder nichts, sie waren mir schlicht egal», sagte der Mann.

Heftig wehrte sich der Angeklagte, der als Kind selber sexuell missbraucht worden war, gegen den Vorwurf auch Kinderpornografie veröffentlicht zu haben. Vielmehr habe er diese aktiv bekämpft und die Polizei auf entsprechende Seiten aus dem Internet aufmerksam gemacht.

Tatsächlich hatte sich der Mann 1998 bei der Polizei gemeldet und Daten und Adressen von kinderpornografischen Internetseiten angegeben. Bei seiner Verhaftung 2003 fand die Polizei bei dem Ehepaar aber noch hunderte von Bildern mit Kinderpornografie.

(sda)

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