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Ausgelöschte FamilieEhepaar soll Bluttat gemeinsam geplant haben

Timothy G. erschoss im November in Utah seine Schweizer Gattin, seinen Sohn und seine Stieftochter – und beging dann Suizid. Laut Polizei hatte er die Bluttat gemeinsam mit seiner Frau geplant.

von
lüs
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Die Polizei fand die Leichen der Schweizer Familie.

Die Polizei fand die Leichen der Schweizer Familie.

Keystone/Sammy Jo Hester /The Daily Herald via AP
Laut den am Mittwoch veröffentlichten Akten handelt es sich um einen erweiterten Suizid.

Laut den am Mittwoch veröffentlichten Akten handelt es sich um einen erweiterten Suizid.

Keystone/Adam Fondren/The Deseret News via AP
Alle Opfer wiesen Schussverletzungen auf.

Alle Opfer wiesen Schussverletzungen auf.

Keystone/Al Hartmann/The Salt Lake Tribune via AP

Der Amerikaner Timothy G. (45) hat im letzten November in Mapleton im US-Bundesstaat Utah seine Schweizer Frau Jessica G.* (42), deren Tochter Samantha B.* (16) und den gemeinsamen Sohn Alexandre G.* (5) getötet. Auch den Hund der Familie erschoss er. Danach nahm er sich mit einer Schusswaffe das Leben.

Nur vier Monate vor dem Drama war die Familie von der Westschweiz in die USA gezogen. Gerichtsakten, die am Mittwoch entsiegelt worden sind, zeigen nun: Timothy G. hatte die Bluttat offenbar gemeinsam mit seiner Frau geplant.

Ehepaar unterhielt sich über Zeitpunkt der Bluttat

Dies zeigen Nachrichten, die das Ehepaar ausgetauscht hatte, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Darin sei es unter anderem darum gegangen, «wann das tragische Ereignis stattfinden» solle.

Als möglichen Grund für den Entscheid des Paars, aus dem Leben zu scheiden, nennen die freigegebenen Akten die Tatsache, dass Jessica G. an Eierstockkrebs im Endstadium gelitten habe und nur noch wenig Zeit zu leben gehabt hätte. Familienmitglieder sagten den Ermittlern, Jessica G. habe Depressionen gehabt. Zudem habe Timothy G. an einer nicht diagnostizierten Geisteskrankheit gelitten und sei gewalttätig gewesen.

«Er liebte Kinder und Tiere»

Timothy G.s Stiefmutter Linda Sue Prater sagte am Mittwoch zur Nachrichtenagentur AP, weder von Gewalttätigkeit noch psychischen Problemen habe sie etwas mitbekommen; allerdings habe sie zu ihrem Stiefsohn keinen engen Kontakt gepflegt. Dieser sei ein ruhiger Mann gewesen, der Kinder und Tiere geliebt habe. «Er erschien mir einfach nie als ein Typ, der zu so etwas fähig wäre.»

* Namen der Redaktion bekannt.

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Online-Beratung für Jugendliche mit Suizidgedanken: U25-schweiz.ch

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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