«Ehrlich gesagt, habe ich damals Adolf Hitler bewundert»
Aktualisiert

«Ehrlich gesagt, habe ich damals Adolf Hitler bewundert»

Vier Jahre lang war Patrick Sandmeier ein Neonazi. Dann ist er ausgestiegen. Darüber, wie er zum Nazi wurde, wie er den Ausstieg schaffte und über sein Leben heute berichtete er im eTalk am 30. Januar 2007.

Der Einstieg

lolo78: Woher kommt der Hass gegen Ausländer? Ist das nicht einfach, weil die Rechten alles Loser sind?

Patrick_Sandmeier: Für mich persönlich: Den Ausländern wurde in der Schule geholfen, wenn sie Probleme hatten, ich war mir selbst überlassen.

In der Szene

sowiso9: Waren Sie eher Mitläufer oder Aktivist?

Patrick_Sandmeier: Eher Aktivist als Mitläufer.

Nelson222: Wen hast du in deiner Nazizeit am meisten bewundert? Und warum?

Patrick_Sandmeier: Ehrlich gesagt habe ich damals Adolf Hitler bewundert. Nicht weil er die Menschen umgebracht hat, sonder weil er sein Land auf seine Weise geführt und regiert hat.

rudi5: Was für eine Rolle spielen die Frauen in der rechten Szene?

Patrick_Sandmeier: Es ist eine gesellschaftliche Aufwertung. Sieht besser aus bei einem Aufmarsch. Sie werben für neue (weibliche) Mitglieder.

Ausstieg

jiujiu2: Was bewirkte ihr Umdenken?

Patrick_Sandmeier: Das ist eine grosse Frage. Ich habe einfach festgestellt dass jeder Mensch ein Mensch ist und ein Recht zum Leben hat.

omium: Wurdest du schon einmal von deinen Ex-Fascho-Freunden verprügelt?

Patrick_Sandmeier: Verprügelt nicht, aber nach meinen diversen Auftritten in den Medien erhielt ich Drohungen.

Heute

rixos: Wie sieht Ihr freundeskreis jetzt aus?

Patrick_Sandmeier: Ganz normal; von Schweizern über Ausländern. Ich wähle meine Freunde nicht anhand ihrer Nationalität aus. Es sind alles «normale» Leute.

5657: Was würdest du jetzt machen, wenn du nazis siehst, die einen ausländer anpöbeln oder ihn sogar verprügeln?

Patrick_Sandmeier: Ich würde bestimmt nicht stehen bleiben und nur zuschauen, sondern versuchen, ohne Gewalt das Problem zu lösen. Denn sobald ich meine Fäuste rein bringe, bin ich nicht besser als die Streitsuchenden.

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