Aktionswoche gegen Rassismus – Eidgenössische Kommission macht aus Thun einen Kanton

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Aktionswoche gegen RassismusEidgenössische Kommission macht aus Thun einen Kanton

Die eidgenössische Fachstelle für Rassismusbekämpfung erhebt Thun auf ihrer Webseite zum Kanton. Die Aktion soll aber nicht vom Diskurs über Rassismus ablenken.

von
Dominique Dussling
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Gibt es bald einen Kanton Thun?

Gibt es bald einen Kanton Thun?

20min/News-Scout
Die Bundeskommission gegen Rassismus bezeichnete Thun auf ihrer Webseite auf jeden Fall als Kanton.

Die Bundeskommission gegen Rassismus bezeichnete Thun auf ihrer Webseite auf jeden Fall als Kanton.

Screenshot Webseite
Die Kommunikationsbeauftragte der Stadt Thun versichert, dass Thun keine geheimen Unabhängigkeitspläne hege.

Die Kommunikationsbeauftragte der Stadt Thun versichert, dass Thun keine geheimen Unabhängigkeitspläne hege.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Auf der Webseite der Fachstelle gegen Rassismus wird Thun als Kanton aufgelistet.

  • Thun beschwichtigt: Es sei zurzeit keine separatistische Aktion geplant.  

  • Die Falschbezeichnung soll aber nicht von der Aktionswoche gegen Rassismus ablenken.

Anlässlich der Aktionswoche gegen Rassismus finden in der ganzen Schweiz an verschiedenen Standorten Anlässe zum Thema statt. Die eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) erstellte diesbezüglich eine Übersicht aller Veranstaltungen der verschieden Schweizer Städte und Kantone. Dabei erklärten sie Thun kurzerhand zum Kanton.

Auf Anfrage von 20 Minuten teilt die EKR mit, dass es sich dabei um einen Fehler handle. «Wir hoffen natürlich, durch unsere Bezeichnung ‹Kanton Thun› keinen separatistischen Bewegungen in Thun Vorschub geleistet zu haben», schreibt die EKR weiter.

In Thun findet man den Fehler amüsant. Simone Tanner, Kommunikationsbeauftragte der Stadt, sagt zu 20 Minuten, dass der Fehler für Schmunzeln gesorgt habe. Sie beschwichtigt: Thun hege keinen geheimen Pläne, sich von Bern abzuspalten. «Wir fühlen uns schon zum Kanton zugehörig», versichert Tanner.

Der Fehler soll nicht vom Rassismus ablenken

Die EKR betont aber, ihr kleiner Fehler dürfe nicht von der gerade stattfindenden Aktionswoche gegen Rassismus ablenken. In den Städten Bern, Biel und Thun finden diese Woche zahlreiche Events statt, die zum Nachdenken anregen sollen.

So kann im Thuner Theater «Alte Oele» Angélique Beldner und Martin R. Dean gelauscht werden, wie sie aus ihrem Buch «Der Sommer, in dem ich Schwarz wurde» vorlesen. Das Buch erzählt von Rassismus in der Schweiz und ruft zum Dialog auf. Auch der Kanton Freiburg ist mit Aktionen vertreten.

Beispielsweise kann im Museum für Kunst und Geschichte in Freiburg bis Mai «Wir und die Andern – vom Vorurteil zum Rassismus», eine Ausstellung zu den historischen und soziologischen Hintergründen, besucht werden. 

Der 21. März als Gedenktag

Der 21. März ist der internationale Tag zur Bekämpfung von Rassismus. Der Tag erinnert an die 69 Menschen, die 1960 im südafrikanischen Township Sharpeville bei einer friedlichen Demonstration gegen die Apartheid von der Polizei getötet wurden. Am 21. März 1966, sechs Jahre nach dem Sharpeville-Massaker, riefen die Vereinten Nationen den Internationalen Tag gegen Rassismus aus. Seit 1979 finden zu dieser Zeit jährlich auch die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt.

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Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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