Thurgau: «Eidgenossen»-Schild verärgert Spar-Kunden
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Thurgau«Eidgenossen»-Schild verärgert Spar-Kunden

Ein Spar-Kunde beschwerte sich über Firmen-Lastwagen, der mit einem «Eidgenossen»-Schild verziert ist. Die Firma distanziert sich von den Äusserungen.

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juu
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Dieser Lastwagen sorgte bei einigen Spar-Kunden für Unverständnis: «Diese politische Botschaft befremdet», schreibt ein Mann an das Unternehmen.

Dieser Lastwagen sorgte bei einigen Spar-Kunden für Unverständnis: «Diese politische Botschaft befremdet», schreibt ein Mann an das Unternehmen.

Screenshot/Facebook
Spar nahm rasch zu den Schildern Stellung:  «Die Firma Spar distanziert sich klar von jeder politischen Gesinnung beziehungsweise Einstellung», lautete die Antwort.

Spar nahm rasch zu den Schildern Stellung: «Die Firma Spar distanziert sich klar von jeder politischen Gesinnung beziehungsweise Einstellung», lautete die Antwort.

Keystone/Sigi Tischler
In einem klärenden Gespräch mit dem Chauffeur habe man sich dann darauf geeinigt, dass die Schilder abmontiert werden. Dies teilte Spar ebenfalls über seine Facebook-Seite mit.

In einem klärenden Gespräch mit dem Chauffeur habe man sich dann darauf geeinigt, dass die Schilder abmontiert werden. Dies teilte Spar ebenfalls über seine Facebook-Seite mit.

Keystone/Steffen Schmidt

«Lieber Spar, ich bin ein regelmässiger Kunde. Aber diese politische Botschaft befremdet», postet ein Mann auf die Facebook-Seite des Unternehmens. Darunter ein Bild, auf dem ein Spar-Lastwagen mit Thurgauer Kennzeichen zu erkennen ist. An diesem prangen zwei Fahnen mit Schweizer Kreuzen und in der Mitte davon ein grosses «Eidgenossen»-Schild.

Die Antwort des Unternehmens folgt kurze Zeit später: «Die Firma Spar distanziert sich klar von jeder politischen Gesinnung beziehungsweise Einstellung.» Zudem erklärt Spar, dass es sich bei diesem LKW-Chauffeur um einen selbstständigen Vertragsfahrer handle. Dennoch werde man mit ihm ein klärendes Gespräch führen, da so etwas nicht mit den Unternehmensgrundsätzen vereinbar wäre.

«Bin ich als Eidgenosse ein Rassist?»

Dieses habe mittlerweile stattgefunden, bestätigt Silvia Manser, Mediensprecherin von Spar Schweiz, gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Beim Gespräch habe man sich dann darauf geeinigt, dass der Chauffeur die selbst angebrachten Schilder am Spar-Lastwagen entfernen muss.

Bei vielen Kunden sorgte die Stellungnahme des Unternehmens allerdings für rote Köpfe: «Tragisch, dass man nicht mal mehr zeigen darf, dass man auf sein Land stolz ist» oder «Dann hoffe ich, dass sie vor dem 1. August auch keine Fähnli oder Schweizer Kreuze verkaufen», sind nur einige von dutzenden Kommentaren zu dem Bild, das derzeit auch auf Facebook viral geht. Andere drohen gar, das Unternehmen von nun an zu boykottieren. «Darf ich denn da als ‹Eidgenosse› überhaupt einkaufen? Oder bin ich dann ein Rassist?», fragt jemand.

Gesucht: Eidgenosse, der Schweinefleisch isst

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bezeichnung «Eidgenosse» für Furore sorgt. Mitte April dieses Jahres hatte ein Stelleninserat der Schärer Transport AG für Empörung gesorgt. Die Firma aus Rossrüti SG suchte einen «Eidgenossen», der Schweinefleisch isst.

Wie das «St. Galler Tagblatt» damals berichtete, stiess das Inserat den SP Migranten St.Gallen mehr als nur sauer auf. Seinem Ärger macht der Präsident Bujar Zenuni via Facebook Luft, in dem er die Stellenausschreibung Stück für Stück auseinander nahm. Zudem forderte er, dass sich das Unternehmen für den diskriminierenden Text entschuldigen solle.

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