11.05.2017 07:36

Falsche VorbilderEifern Sie bloss nicht Schaufensterpuppen nach

Nicht nur Magermodels, auch Schaufensterpuppen sind Medizinern ein Dorn im Auge: Sie schaden dem Selbstbild junger Frauen und machen krank.

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Für dünne Schaufensterpuppen hat Psychologe Eric Robinson von der University of Liverpool nur einen Stinkefinger übrig. Der Grund: Ihr Körperbau ist unrealistisch und aus medizinischer Sicht ungesund. Sie aufzustellen, ist aus Sicht der Forscher fahrlässig.

Für dünne Schaufensterpuppen hat Psychologe Eric Robinson von der University of Liverpool nur einen Stinkefinger übrig. Der Grund: Ihr Körperbau ist unrealistisch und aus medizinischer Sicht ungesund. Sie aufzustellen, ist aus Sicht der Forscher fahrlässig.

AFP/Emmanuel Dunand
Denn vor allem Frauen werde mit den Size-Zero-Figuren ein «gefährlich ungesundes Körperbild» vermittelt. Das könne ernsthafte Folgen haben: «Vieles deutet darauf hin, dass das Ideal eines ultradünnen Körpers zum Entstehen von psychischen Störungen und Essstörungen beiträgt.»

Denn vor allem Frauen werde mit den Size-Zero-Figuren ein «gefährlich ungesundes Körperbild» vermittelt. Das könne ernsthafte Folgen haben: «Vieles deutet darauf hin, dass das Ideal eines ultradünnen Körpers zum Entstehen von psychischen Störungen und Essstörungen beiträgt.»

Twitter.com/Samantha Jenkins
Seine Studie zeigte, dass alle untersuchten weiblichen Schaufensterpuppen eine Körperform hätten, die ein extremes Untergewicht repräsentiert. Die männlichen Schaufensterpuppen dagegen waren in der Regel normalgewichtig – nur acht Prozent der repräsentierten einen zu schlanken Körper.

Seine Studie zeigte, dass alle untersuchten weiblichen Schaufensterpuppen eine Körperform hätten, die ein extremes Untergewicht repräsentiert. Die männlichen Schaufensterpuppen dagegen waren in der Regel normalgewichtig – nur acht Prozent der repräsentierten einen zu schlanken Körper.

Journal of Eating Disorders/Eric Robinson

Klassische Schaufensterpuppen haben eine schmale Taille, endlos lange, dünne Beine, perfekt geformte Brüste und schlanke Ärmchen. Kurz: Sie vermitteln dem Betrachter völlig falsche Vorstellungen davon, wie Frauen aussehen.

«Die Körperstatur von Schaufensterpuppen ist unrealistisch und aus medizinischer Sicht ungesund», konkretisiert Eric Robinson von der Universität Liverpool gegenüber «BBC Newsbeat». Seine Aussage stützt er auf die Studie, die er gemeinsam mit seinen Kollegen durchgeführt hat.

Puppen unter der Lupe

Für die im «Journal of Eating Disorders» erschienene Studie untersuchte das Team 32 weibliche und 26 männliche Schaufensterpuppen aus britischen Shops.

Weil keiner der Läden ihnen die Erlaubnis erteilte, die Puppen wie geplant zu vermessen, mussten sich Robinson und seine Kollegen damit begnügen, deren Grösse visuell abzuschätzen.

Grosser Geschlechterunterschied

Ergebnis: Es gibt einen grossen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Puppen. So hatten alle Frauenfiguren eine Körperform, die ein extremes Untergewicht repräsentiert.

Die männlichen Schaufensterpuppen dagegen waren in der Regel normalgewichtig – lediglich acht Prozent der untersuchten repräsentierten einen zu schlanken Körper (siehe Bildstrecke).

Keine Entschuldigung für weitere Verwendung

Das ist aus Sicht der Forscher fahrlässig, denn vor allem Frauen werde mit den Size-Zero-Figuren ein «gefährlich ungesundes Körperbild» vermittelt, schreibt Robinson auf Theconversation.com.

Das könne ernsthafte Folgen haben: «Vieles deutet darauf hin, dass das Ideal eines ultradünnen Körpers zum Entstehen von psychischen Störungen und Essstörungen beiträgt», so Robinson. «Es gibt keine Entschuldigung für die weitere Verwendung von solch abgemagerten Schaufensterpuppen.»

Schon Anfang der 90er-Jahre kamen Forscher zu einem ganz ähnlichen Schluss. Laut ihrer im «British Medical Journal» erschienenen Studie könnten echte Frauen, die so dünn wie eine Schaufensterpuppe sind, nicht einmal mehr menstruieren.

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