Aktualisiert 27.09.2005 23:45

Eifersuchtsdrama fordert drei Tote

Eifersuchtsdrama im Thurgau: Ein Schweizer (50) erschiesst seine Ex-Freundin (23) und die Mutter (46) des neuen Freundes, bevor er sich selbst richtet.

«Er muss ganz leise hineingeschlichen sein», sagt Uthaya Senthilkumaran. Sie wohnt im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses in Ermatingen TG, in dem sich am Montag schreckliche Szenen abspielten. Nach dem Mittag war der 50-jährige Ernst S. mit einer Pistole bewaffnet ins Haus eingedrungen, in dem seit kurzem seine 23-jährige slowakische Ex-Freundin Jana P. mit ihrem neuen serbischen Freund wohnte.

In der Wohnung im ersten Stock erschoss er die 46-jährige Mutter des neuen Freundes. Jana P. schoss er an und schleifte sie einen Stock höher in die Dachwohnung des Freundes, der nicht anwesend war. Dort tötete er sie mit einem gezielten Schuss und jagte sich dann selber eine Kugel in den Kopf.

«Ich hörte jemanden weinen und dann knallte es mehrmals laut», erinnert sich Nachbarin Senthilkumaran. Aufgeschreckt sei sie hinausgerannt. Dort habe sie den aus der oberen Wohnung geflüchteten 16-jährigen Sohn der Familie angetroffen: «Er zitterte vor Angst und sagte, ein Mann sei in der Wohnung.»

Ernst S. stammt aus dem Nachbarsdorf Triboltingen und war am Montag nicht zum ersten Mal im Mehrfamilienhaus. In den letzten vier Wochen musste die Kapo dreimal ausrücken, weil er die serbische Familie bedrohte. «Nichts deutete auf ein Verbrechen hin, solche Streitigkeiten sind häufig», so Andreas Notter, von der Kapo Thurgau, die von Eifersucht als Tatmotiv ausgeht.

Der 50-Jährige war aber wegen Vermögensdelikten vorbestraft. Und vermutlich hatte er das Verbrechen schon länger geplant. Am Samstag soll er einen bekannten Wirt um eine «Knarre» gebeten haben.

(ann)

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