St. Gallen: Eifersüchtige Hausfrau bedrohte Blick-Girls
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St. GallenEifersüchtige Hausfrau bedrohte Blick-Girls

Weil sich ihr Mann offenbar etwas zu sehr für «Blick»-Girls interessiert hatte, verschickte eine St. Galler Hausfrau Drohbriefe. Nun wurde sie verurteilt.

von
taw
Die Hausfrau bedrohte auch Blick-Girl Jil aufs übelste. Jil wurde 2012 im Blick zum «Girl des Jahres» gewählt.

Die Hausfrau bedrohte auch Blick-Girl Jil aufs übelste. Jil wurde 2012 im Blick zum «Girl des Jahres» gewählt.

«Keine Frauen mit nackten Brüsten im ‹Blick› ver­öffentlichen!! Ansonsten werden Sie sich mit durchschnittener Kehle auf irgendeiner Mülldeponie wiederfinden», so lautet ein Brief vom Januar 2011 an den damaligen «Blick»-Chefredaktor.

Er war keine Ausnahme. Ein anonymer Absender verschickten während zwei Jahren solche Drohbriefe. Adressaten der handschriftlichen Briefe waren laut der «SonntagsZeitung» verschiedene «Blick»-Journalisten, Kadermitglieder des Ringier-Verlags und Frauen, die für die freizügigen Bilder auf der Frontseite posierten.

Mit Auftragskiller gedroht

Eines ihrer Opfer war auch die damals 19-Jährige Jil, die im Oktober 2012 zum «Girl des Jahres» gewählt wurde. In einem Brief an Jil heisst es: «Jil, weisst du, dass du eine schmutzige Hure bist.» In einem nächsten: «Falls du dich noch einmal mit nackten Brüsten im ‹Blick› veröffentlichen lässt, bringen wir dich um! Wir kennen dich und deinen Tagesablauf.»

Der Inhalt der Briefe reichte von der Androhung eines «Auftragskillers» oder «Blutbads» bis hin zur Absicht man wolle «die ganze Redak­tion» in die Luft zu sprengen, oder die abgebildeten Frauen «hinrichten».

Adressatenkreis erweitert

Weil alle Forderungen des Absenders unerfüllt blieben, wurde kurzerhand der Adressatenkreis erweitert. Auch die Schweizerische Lauterkeitskommission wurde angegangen, indem «Anita» drohte sich umzubringen und «ein ‹Blick-Girl›, dass sich lächelnd ‹oben ohne› fotografieren und produzieren lässt, zu töten».

Unter Druck gesetzt wurde auch die XL-Media AG, die mit der Sex-Shop-Marke Libosan im «Blick» inserierte. Die Forderung: Man solle die Inserate einstellen. Passiere das nicht, würde das Ganze in einem «Blutvergiessen in einer ihrer Filialen» oder einem Bombenanschlag enden. «Die Briefe, die wir erhalten haben, waren in ihrer Widerlichkeit extrem», sagt Thomas Scheurer, XL-Media-Geschäftsführer, gegenüber der «SonntagsZeitung». Negative Reaktionen kommen laut Scheurer in der Branche zwar zuweilen vor, aber diese Drohungen seien ausserordentlich krass gewesen.

Tat aus Eifersucht

Nach intensiven Polizeiermittlungen stellte sich schliesslich heraus, dass eine 51-jährige St. Gallerin die Briefe verschickt hatte. Die Hausfrau war offenbar eifersüchtig, weil sich ihr Ehemann für die Frauen in der Zeitung interessiert hat.

Die Frau ist geständig und reuig. Sie wurde per Strafbefehl am 27. Oktober 2014 wegen mehrfacher versuchter Nötigung, mehrfacher Beschimpfung und ­Urkundenfälschung verurteilt. Zudem wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, weil sie betrunken mit ihrem Mountainbike mit einem Auto kollidert war. Sie hat eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 60 Franken und 1600 Franken Busse kassiert. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.

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