Aktualisiert 19.10.2006 21:26

Eifersüchtiger Bauer stach zu

Aus Eifersucht stach 2004 ein Bauer mit einem Pizzamesser sechsmal auf seine Frau ein. Deshalb und weil er sie zuvor vergewaltigt haben soll, stand er gestern vor dem Kreisgericht Alttoggenburg-Wil.

Obwohl er seine getrennt von ihm lebende Frau und die beiden Kinder nicht mehr sehen durfte, besuchte der damals 30-jährige Bauer in Begleitung seines Bruders am 8. August 2004 seine Familie in Mosnang. In der Küche stellte er die Ehefrau zur Rede, weil sie angeblich seinem Bruder Avancen gemacht hat. Die gerade mit der Zubereitung eines Desserts beschäftigte Frau anwortete ausweichend. Darauf ergriff der Bauer ein Pizzamesser (11,5 cm Klingenlänge) und stach ohne Vorwarnung insgesamt sechs Mal zu. Zuerst von hinten in den Rücken, dann, als die Frau zu Boden sackte, in den Magen, den Arm und den Kopf, bis sich das Messer verbog. Die Frau blutete laut Anklageschrift stark und schrie um Hilfe, bis der Bruder des Bauers kam und diesen wegzerrte.

Gestern vor Gericht sagte der Mann, er sei ausgerastet – irgendwann sei eben das Mass voll gewesen. Geplant habe er die Tat nicht. Die Staatsanwaltschaft fordert für den Mann, der sich zusätzlich wegen einer Vergewaltigung an seiner Frau verantworten musste, fünfeinhalb Jahre Zuchthaus. Die Verteidigung beantragte eine Gefängnisstrafe von höchstens 18 Monaten. Das Urteil steht noch aus.

(feb)

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