Eigenes Geld nur für Weisse
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Eigenes Geld nur für Weisse

Das südafrikanische Dorf Orania schottet sich völlig ab: Seit gestern zahlen die ausschliesslich weissen Einwohner mit ihrer eigenen Währung.

«Unsere Gemeinde soll selbst versorgend sein», sagt Eleanor Lombard, Sprecherin des 700-Seelen-Dorfes zwischen Johannesburg und Kapstadt. In Orania haben Schwarze keinen Zutritt. Nur Buren leben dort, die Nachkommen der holländischen Siedler. Die Oranier wollen nach eigenen Angaben die Buren-Kultur retten – und vermeiden deshalb den Kontakt zur multi-ethnischen Aussenwelt. Für Kritiker ist klar: Orania ist eine der letzten Apartheid-Bastionen.

Die Einführung der eigenen Währung Ora wird deshalb als Provokation aufgefasst, zumal Südafrika diese Woche den zehnten Jahrestag der Nach-Apartheid-Ära feiert. Oras gibts in vier verschiedenen Notengrössen: 10er, 20er, 50er und 100er. Damit sollen alle lokalen Einkäufe getätigt werden. Die südafrikanische Nationalbank geht vorerst nicht gegen den Ora vor. Eine Sprecherin betonte aber, dass der Ora in keiner Weise der offiziellen Landeswährung Rand gleichen dürfe.

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