Aktualisiert 05.07.2012 13:29

Vater des Selbstmörders«Eigentlich war mein Sohn selbstbewusst»

Nachdem er laut der Website der Schule bei den Prüfungen durchfiel, nahm sich ein Berufsschüler das Leben. Der Vater des 19-Jährigen kritisiert die Informationspolitik der Schule.

Der Name des Schülers war nicht auf der Liste derjenigen, die die Prüfung erfolgreich absolviert hatten (Symbolbild).

Der Name des Schülers war nicht auf der Liste derjenigen, die die Prüfung erfolgreich absolviert hatten (Symbolbild).

Die Tragödie erschütterte die Schweiz: Letzten Freitag nahm sich ein Lehrling der Berufsschule «Ecole professionnelle et commerciale de Lausanne» das Leben. Vergeblich hatte er seinen Namen auf der Liste derjenigen gesucht, die die Matura erfolgreich abgeschlossen hatten. Doch die Liste war fehlerhaft - er hätte das Examen bestanden.

Der Schüler schrieb daraufhin am Freitagabend mehreren Lehrern Nachrichten. Nach zwei Stunden antwortete ihm ein Pädagoge, er solle die offizielle Publikation der Resultate am Montag abwarten. Doch da war es bereits zu spät - der 19-Jährige war tot.

Schweizer wissen kaum etwas über Suizid

Die tragische Kurzschlusshandlung wirft Fragen auf. Offenbar war der 19-Jährige ein sehr fleissiger und guter Schüler. «Eigentlich war mein Sohn selbstbewusst, was das Prüfungsresultat anbelangt», sagte der Vater des Schülers gegenüber dem «Blick» Die Eltern mussten ihn nie motivieren zu lernen. «Er machte sich selber am meisten Druck. Darum richtete sich wohl seine Wut gegen sich selbst», so der Vater.

Er kritisiert die Methode der Schule, die Prüfungsresultate über das Internet bekannt zu geben. Die jungen Menschen mit den Ergebnissen allein zu lassen, sei gefährlich. «Wieso kann man nicht die Schüler, die die Prüfung nicht geschafft haben, vorher telefonisch kontaktieren?» Rektor Séverin Bex überprüft den Vorwurf: «Wir untersuchen nun den ganzen Ablauf, um zu schauen, ob wir dieses Risiko vermindern können.»

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