Seal O'Neill: «Eigentlich wollten alle Bin Laden tot»

Aktualisiert

Seal O'Neill«Eigentlich wollten alle Bin Laden tot»

Im zweiten Teil des Films über Robert O'Neill schildert der Todesschütze von Osama Bin Laden, wie er dem Terrorfürsten begegnete.

von
sut

In der Nacht zum 2. Mai 2011 sassen rund 25 Navy Seals schweigend in zwei Helikoptern und flogen von Afghanistan in Richtung der pakistanischen Stadt Abbottabad. Das sei eine der gefährlichsten Phasen des Killerkommandos gegen den Al-Kaida-Boss gewesen, erinnert sich Robert O'Neill im zweiten Teil des Fox-News-Dokumentarfilms «Der Mann, der Osama Bin Laden erschoss».

Die Elitesoldaten vom Team 6 mussten damit rechnen, dass Pakistans Luftabwehr die beiden Tarnkappen-Blackhawks vielleicht doch entdecken und aus dem Himmel schiessen würde, erzählt O'Neill in dem am Mittwoch ausgestrahlten Dok-Film. «Manche schliefen, andere hörten auf ihren iPods Musik», sagt er. «Um mein Gehirn zu beschäftigen, zählte ich von null auf 1000 und von 1000 zurück auf null und so weiter.»

«Wir werden die Freiheit verteidigen»

Während er zählt, kommen ihm plötzlich Sätze des früheren US-Präsidenten George W. Bush in den Sinn. Nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001 sagte Bush: «Die Freiheit selbst ist heute von gesichtslosen Feiglingen angegriffen worden, und wir werden die Freiheit verteidigen.» O'Neill kriegt Gänsehaut.

Dann folgt die packende Geschichte einer Mission, deren Gelingen viel Improvisation erforderte. Wie aus dem Film «Zero Dark Thirty» bereits bekannt, stürzt einer der Helikopter neben Bin Ladens Haus ab. Als das Team 6 von aussen in das Anwesen eindringen will, erweist sich eine erste Metalltür als Attrappe mit einer Backsteinwand dahinter. «Das fand ich gut – da musste jemand Wichtiges wohnen», erzählt O'Neill.

Plötzlich steht Bin Laden vor ihm

Der Todesschütze betritt das Haus als einer der letzten. Aber auf jedem Stock schwärmen die Navy Seals aus, um Räume zu sichern, Wächter zu beseitigen, Frauen und Kinder zu schützen. O'Neill steigt als zweiter die Treppe hoch in den zweiten Stock, wo Bin Laden vermutet wird. Seine Position auf der Treppe sei «reines Glück» gewesen, sagt er heute.

Der Navy Seal vor ihm führt zwei Frauen zur Seite, und O'Neill dreht sich nach rechts. «Plötzlich steht er vor mir. Es ist das Gesicht, das ich Hunderte Male gesehen habe.» O'Neill handelt rasend schnell. «Peng, peng, peng, drei Kopfschüsse», erzählt er. «Wie lange dauert es, bis Bin Laden am Boden liegt?», fragt der Interviewer Peter Doocy. «Weniger als eine Sekunde.» – «Hat er etwas gesagt?» – «Nein». – «Hast du etwas gesagt?» – «Nein. Wir sind uns eine Sekunde lang begegnet. Das wars.»

Das Verdienst gebührt allen

O'Neill hat kein Problem damit, Bin Laden getötet zu haben. «Er hat sich nicht ergeben, und es war eine Mission «catch or kill». Eigentlich wollten ihn alle tot.» Ob er sicher sei, dass er den damals meistgesuchten Mann der Welt erschossen hat? «Absolut, hundert Prozent.»

Obwohl er den Abzug drückte, beansprucht O'Neill nicht das ganze Verdienst an der Mission. Die Piloten seien am Erfolg beteiligt gewesen, auch die Leute, die Türen wegsprengten. «Es war nicht ich und es war nicht das Team», sagt er schliesslich. «Es war das ganze Land.»

Dass der Todesschütze jetzt an die Öffentlichkeit tritt, begründet er mit einer Begegnung mit Opferfamilien der 9/11-Terrorangriffe. Diesen Sommer traf er etwa zwei Dutzend von ihnen im 9/11 Memorial Museum in New York. Es habe ihn tief bewegt, wie sie auf seine Worte reagiert hätten, sagt O'Neill. «Ich habe gesehen, welchen Abschluss das für sie bedeutete. Da fand ich es unverantwortlich, nicht auch allen anderen einen solchen Abschluss zu ermöglichen.»

Warum er jetzt spricht:

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(Quelle: Fox News)

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