Lehrstellen-Bewerbung: Eignungstest für Lehre soll kostenlos werden
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Lehrstellen-BewerbungEignungstest für Lehre soll kostenlos werden

Viele Firmen verlangen bei der Bewerbung für die Lehre kostenpflichtige Eignungstests. Ein neuer Gratis-Check soll Abhilfe schaffen.

von
P. Michel
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Tausende Schüler absolvieren pro Jahr den Multicheck, der bis zu 100 Franken kostet. Der Grund: Um aus der Bewerbungsflut zu selektionieren, fordert die Hälfte der Firmen einen Eignungstest.

Tausende Schüler absolvieren pro Jahr den Multicheck, der bis zu 100 Franken kostet. Der Grund: Um aus der Bewerbungsflut zu selektionieren, fordert die Hälfte der Firmen einen Eignungstest.

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Eine alternative zum kostenpflichtigen Test lanciert nun die Lehrstellenplattform Yousty. «Yousty spart damit den Jugendlichen in der Schweiz und deren Eltern bis zu 3 Millionen Schweizer Franken und leistet damit einen weiteren Beitrag zur Chancengleichheit der Berufswahl in der Schweiz», begründet Geschäftsführer Urs Casty.

Eine alternative zum kostenpflichtigen Test lanciert nun die Lehrstellenplattform Yousty. «Yousty spart damit den Jugendlichen in der Schweiz und deren Eltern bis zu 3 Millionen Schweizer Franken und leistet damit einen weiteren Beitrag zur Chancengleichheit der Berufswahl in der Schweiz», begründet Geschäftsführer Urs Casty.

Yousty
Unterstützung erhält er von SP-Nationalrat Fabian Molina. Es leuchte nicht ein, warum die Firmen die Kosten des von ihnen gewünschten Tests nicht selbst bezahlten. Molina hofft, dass sich kostenlose Tests durchsetzen.

Unterstützung erhält er von SP-Nationalrat Fabian Molina. Es leuchte nicht ein, warum die Firmen die Kosten des von ihnen gewünschten Tests nicht selbst bezahlten. Molina hofft, dass sich kostenlose Tests durchsetzen.

Keystone/Alessandro Della Valle

Sich Symbole merken, Wörter ergänzen, einen Terminplan erstellen: Jährlich absolvieren Tausende Schüler solche Aufgaben im bis zu dreieinhalb Stunden langen Multicheck, den viele Firmen für die Lehrstellenbewerbung fordern. Die Testauswertung soll mit einer Prozentzahl zeigen, wie gut sich der Jugendliche für den gewählten Lehrberuf eignet.

Das Geschäft mit den Eignungstests ist millionenschwer: Der von der Firma Gateway One angebotene Multicheck kostet für vierjährige Lehren 100 Franken. Laut einer neuen Umfrage der Lehrstellenplattform Yousty bei 1191 Firmen verlangten 57,4 Prozent Eignungstests. Bei jährlich 70'000 ausgeschrieben Lehrstellen ergeben sich beim Multicheck Einnahmen in der Höhe von rund 3 Millionen Franken.

Test ohne «stressige Prüfungssituation»

Dieses System umkrempeln will nun die Lehrstellenplattform Yousty. Bei der Lancierung eines kostenlosen Berufs-Checks, der maximal 90 Minuten dauert. Der Test kann zu Hause oder direkt beim Schnuppern, wo keine stressige Prüfungssituation herrscht, absolviert werden. Im Gegensatz zum Multicheck, den es in acht verschiedenen Ausführungen gibt, könne der Yousty-Test bei allen Berufen angewendet werden, sagt Geschäftsführer Urs Casty. Der Haken: Der Check ist zuerst nur für Bewerber von Firmen verfügbar, die bereits bei Yousty für 100 Franken pro Jahr eine Mitgliedschaft abgeschlossen haben. Casty sagt, man verdiene mit dem Test trotzdem kein Geld.

«Durch Yousty sparen damit Jugendliche in der Schweiz und deren Eltern bis zu drei Millionen Schweizer Franken und Yousty leistet damit einen weiteren Beitrag zur Chancengleichheit der Berufswahl in der Schweiz», begründet dies Geschäftsführer Urs Casty. Er findet es stossend, dass es bei vielen Lehrbetrieben zur Normalität geworden sei, einen Test für 100 Franken von den Jugendlichen zu verlangen, damit diese überhaupt in die Auswahl für die Lehrstelle kämen. «Eine ärmere Familie mit 4 Kindern kann es sich nicht leisten, dem Nachwuchs verschiedene Tests zu finanzieren.»

«Firmen sollten Test bezahlen»

Erfreut über den kostenlosen Test ist SP-Nationalrat Fabian Molina. «Das Business mit Eignungstests gefährdet die Gleichheit beim Erfolg auf Bildung.» Es leuchte nicht ein, warum die Firmen die Kosten des von ihnen gewünschten Tests nicht selbst bezahlten. Molina hofft, dass sich kostenlose Tests durchsetzen. «Und eigentlich sollten Firmen ganz auf Tests verzichten und sich auf Schulnoten stützen.»

Adrian Krebs, Geschäftsführer des Multicheck-Anbieters Gateway One, entgegnet auf die Kritik an seinem Test: «Die Chancengleichheit ist beim Multicheck sehr wohl gegeben.» Alle Jugendlichen hätten jederzeit Zutritt zu den öffentlichen Durchführungen in der ganzen Schweiz.

«Es gibt Unternehmen, die geschlossene Multicheck-Veranstaltungen durchführen, die Kandidatinnen und Kandidaten selber einladen und die Kosten übernehmen», so Krebs. Zudem könnten Unternehmen in einem Voucher-System Gutscheine kaufen und diese dann im Rahmen von Informationstagen oder Schnupperlehren an interessierte Jugendliche abgeben. «Zu guter Letzt erhalten Jugendliche im Rahmen einer Anstellung in zunehmendem Masse die Kosten für die Multicheck-Durchführung zurückerstattet.»

Krebs erklärt weiter: «Die Rückmeldungen sind sehr positiv. Der Multicheck wird als wichtiger Bestandteil einer Bewerbungsmappe beurteilt und die Unternehmen schätzen seit mehr als 20 Jahren die objektive und einfach zu interpretierende Auswertung.»

Firmen üben noch Zurückhaltung

Ob sich der Test von Yousty durchsetzt, hängt von der Akzeptanz der Lehrbetriebe ab. Getestet haben den Check bereits Volg oder Siemens. Auf den Konkurrenten Multicheck setzen grosse Lehranbieter wie Post, Coop oder die Credit Suisse. Mit deren Logos wirbt die Firma Gateweay One für ihren Multicheck. Die Begründung der Firmen für die Wahl des Multichecks: Sie erhalten so viele Bewerbungen, dass der Test als Filter für die Vorselektion dient. Oder die Unternehmen sehen sich mit Schulzeugnissen konfrontiert, die nicht vergleichbar seien.

Die Credit Suisse will weiterhin auf den Multicheck setzen. «Gemäss unseren Erfahrungen ist der Multicheck-Test momentan bei den Jungen breit akzeptiert und wird als Standard anerkannt», so Sprecherin Anita Tuure. Man beobachte aber natürlich alle Entwicklungen – wie alternative Tests – im Rekrutierungsbereich aktiv. Die Firma Roche schreibt: «Derzeit planen wir keine Veränderungen für unser bewährtes Rekrutierungsverfahren.»

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