Norovirus: «Eimerweise Kotze im Car»

Publiziert

Norovirus«Eimerweise Kotze im Car»

Ein Skilager der Primarschule Ermatingen musste vorzeitig abgebrochen werden. Der Grund: Das Norovirus hatte das Lager heimgesucht.

von
jeb
Der Elternbrief der Schule Ermatingen TG.

Der Elternbrief der Schule Ermatingen TG.

Leser-Reporter

«Nach zwei Nächten Skilager in Obersaxen ist mehr als die Hälfte der 70 Lagerteilnehmer am Norovirus erkrankt», teilt eine Leser-Reporterin mit. Darauf wurde das Lager vorzeitig abgebrochen. «In zwei verschiedenen Cars wurden die Schüler nach Hause gefahren – einer für die gesunden, einer für die kranken Teilnehmer.» Mit Folgen: «Der Bus kam mit eimerweise Kotze im Thurgau an.»

Die Schule hat darauf einen Brief an die Eltern der Schüler der Primarschule Ermatingen geschrieben. Sie verweist darauf, dass das Virus zwar lästig, aber ungefährlich ist.

Hartnäckiges Virus

Bei Norovirusinfektionen kommt es zu akutem Erbrechen und Durchfall. «Die Infektion wird von Mensch zu Mensch übertragen, vor allem durch Körperkontakt oder Berühren von Fäkalien. Das Virus kann nach Erbrechen auch in der Luft vorkommen», heisst es dazu auf sprechzimmer.ch. Auch über verunreinigte Speisen, Wasser, Textilien oder Gegenstände kann das Virus übertragen werden.

Der Blog der Schüler lässt darauf schliessen, dass das Lager toll begonnen hatte. «Nach einem leckeren Mittagessen sind wir wieder mit unseren Ski- und Snowboardgruppen auf die Piste gegangen. Den ganzen Nachmittag sind wir mit Bügel-, Teller- oder Sessellift hochgefahren und wieder runtergeflitzt. Alle hatten sehr viel Spass!», heisst es etwa.

Auch diverse Mahlzeiten wie Spaghetti, Salat, Aufschnitt und Butterbretzel, die auf einer Raststätte gegessen wurden, werden in den Blogs erwähnt. Ob die Bretzel an den Erkrankungen schuld sind, ist unklar. Laut Leser-Reporterin hatte eine Gruppe Italiener, die sich vor den Thurgauer Primarschülern im Haus aufhielt, am Norovirus gelitten. «Wahrscheinlich hat das hartnäckige Virus irgendwo im Haus überlebt und sich auf die Primarschüler übertragen», vermutet die Leser-Reporterin.

Der Gerant des Lagerhauses bestätigt, dass Gäste aus Italien am Norovirus gelitten hatten. Nach der Abreise der Italiener wurde das Haus mit speziellem Reinigungsmittel gereinigt. Über das Wochenende waren andere Gäste im Haus, die bislang keine gesundheitlichen Probleme gemeldet haben. Für den Gerant ist klar: «Am Essen oder am Wasser liegt es nicht. Der Dorfarzt hat Stuhlproben untersuchen lassen.» Auch der Kantonsarzt sei informiert worden und habe keine weiteren Massnahmen angeordnet.

Auch Lehrer erkrankt

Einige Eltern hätten ihre Kinder selber vom Lager abgeholt, die restlichen Kinder seien mit Cars zurück in den Thurgau gefahren worden. Auch Lehrer und Begleiter seien erkrankt, hätten sich aber dennoch hervorragend um die Kinder gekümmert.

Deine Meinung