ETH Lausanne: Ein 13 Milliarden Jahre altes Bild
Aktualisiert

ETH LausanneEin 13 Milliarden Jahre altes Bild

Das Hubble-Teleskop hat ein Bild einer Galaxie eingefangen, die kurz nach dem Urknall entstanden ist. Es brauchte ganz schön lange, bis die Aufnahme auf der Erde zu sehen war.

von
lmm
Diese Galaxie entstand bereits 650 Millionen Jahre nach dem Urknall.

Diese Galaxie entstand bereits 650 Millionen Jahre nach dem Urknall.

Die Analyse neuer Bilder der Weltraumteleskope Hubble und Spitzer erlauben es, mehr über die Entstehung der Galaxien zu erfahren. Eine internationale Forschergruppe mit Schweizer Beteiligung gibt einen Einblick in die Erkenntnisse über entfernteste Galaxien. Die neuen Bilder aus den Tiefen des Weltraums sind Ende des letzten Jahres vom Teleskop Hubble realisiert worden, wie die ETH Lausanne am Freitag mitteilte. Sie zeigen die entferntesten Objekte, die von der Erde aus noch zu sehen seien.

Ein Bild zeigt, wie sich eine dieser Galaxien präsentierte, als das Universum erst 650 Millionen Jahre alt war. Das Bild benötigte demnach über 13 Milliarden Jahre, um bis zu uns zu gelangen. «In diesem Entwicklungsstadium sind die Galaxien sehr dicht und funktionieren wie eine sehr aktive Sternenkrippe», wird Hakim Atek, Autor eines Artikels über die Ergebnisse und Forscher am Astrophysischen Labor der ETH Lausanne, zitiert.

Lichtmenge verstärkt

Die Partner des Astrophysischen Instituts der Kanarischen Inseln, die sich für die am weitesten entfernten Galaxien interessierten, hätten messen können, dass die Galaxie rund 30 Mal kleiner ist als die Milchstrasse. Gleichzeitig produziere sie aber Sterne in einer zehn Mal höheren Kadenz, sagte der Spezialist weiter.

Allein die Leistung des Hubble-Teleskops reicht nicht aus, um mehr über so weit entfernte Objekte zu erfahren. Um die Leistung des Teleskops zu verstärken, nutzen die Spezialisten das Phänomen der «gravitationellen Linsen». Dank der Masse der entfernten Galaxien und der Verstärkung der Bilder von Objekten, die sich hinter ihnen befinden, kann die Menge des Lichts der entfernten Galaxie um das hundertfache verstärkt werden.

Start im letzten November

Die Wissenschaftler, unter denen sich auch Franzosen, Amerikaner und Spanier befinden, haben auf diese Weise sechs Beobachtungsfelder identifiziert, die sich dazu eignen, neue Informationen über entfernte Galaxien zu liefern. Zudem wurde ihnen zur Beobachtung dieser Felder mit den Teleskopen Hubble und Spitzer von der Nasa viel Zeit eingeräumt.

Die Beobachtungskampagne hat erst im vergangenen November begonnen und soll drei Jahre dauern. Die Bilder sollen der weltweiten Gemeinschaft der Wissenschaftler zugänglich gemacht werden, die sich einen regelrechten Wettlauf liefern, um möglichst ein Maximum an Erkenntnissen daraus zu gewinnen.

Die ersten Resultate, die nun im «The Astrophysical Journal» und in den «Astronomy and Astrophysics Letters» publiziert wurden, sollen in den kommenden Monaten noch verfeinert werden, so insbesondere dank neuer Bilder von Hubble. In einigen Jahren soll auch das Telescop James Webb, das noch deutlich leistungsfähiger ist, Daten für diese Forschungen liefern. (lmm/sda)

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