Ein 4. Platz wie ein Sieg

Aktualisiert

Ein 4. Platz wie ein Sieg

Tom Lüthi hat im GP von Portugal in Estoril in der 250-ccm-Klasse den gewünschten Podestplatz knapp verpasst. Der Emmentaler wurde unter den Augen von Roger Federer, der das Rennen aus der Boxengasse mitverfolgte, Vierter. Für Lüthi und sein Team hat dieser vierte Platz einen hohen Stellenwert, fast wie der eines Sieges.

von
Jörg Caluori
Estoril

Der Tag startete in der Früh mit einem starken Regenguss. Erst gegen neun Uhr wagte sich die Sonne hinter den dicken Wolken hervor. Deshalb fand das Warum-Up-Training auf feuchter Piste statt. Die Sonne gewann immer mehr Überhand und so trocknete die Strecke bis zum Beginn des 250er Rennens beinahe ab. Beim Start hielt Lüthi gut mit und bog in der Spitzengruppe in die erste Kurve ein. Im Verlauf der ersten Runde verlor der Emmentaler aber einige Plätze und kam als Elfter zurück.

«Endlich Punkte»

Tom Lüthi äusserte sich gegenüber 20minuten direkt nach dem Rennen: «Der Start gelang mir gut, es hatte aber noch einige feuchte Stellen. Dort war es noch rutschig. Deshalb bin ich im Pulk das Rennen eher verhalten angegangen. Nachdem ich den Rhythmus gefunden hatte und voll angreifen konnte, war die Spitzengruppe leider schon ziemlich weit weg. Es lief mir aber gut, die Strecke trocknete schnell und so konnte ich zusetzen. Ich fuhr dann konstant schnelle Runden, sah die 3er Gruppe vor mir und konnte aufschliessen. Ich konnte gar alle drei überholen und die Gruppe hinter mir distanzieren. Natürlich sah ich dann weit vor mir Kallio. Ich versuchte ran zu kommen, aber er war zu weit weg. Zum Schluss wollte ich meinen Rang halten , denn ich wollte endlich ein paar Punkte mitnehmen.»

Lüthi fuhr etwa ab Runde vier ein fantastisches Rennen und konnte einen grossen Rückstand auf die Gruppe vor ihm wettmachen. Innerhalb von zwei Runden überholte der die Gruppe und liess sie gleich stehen. Lüthi hat gezeigt, dass er an der Spitze dabei ist und die Pace im Rennen jederzeit mitgehen kann. Ein sehr erleichterter Lüthi lobte nach dem Rennen sein Team, das ihm diesen wichtigen Platz mit der guten Arbeit ermöglichte: Ein Sieg für das Team. Dem Teamchef Daniel Epp fiel beinahe hörbar ein grosser Stein vom Herzen. Mit diesem tollen Rennen seines Schützlings vor den versammelten Sponsor-Vertretern von Emmi und Interwetten und natürlich vor dem Weltsportler Roger Federer war dies ein grosser Schritt zur erfolgreichen Weiterarbeit mit seinem Team.

MotoGP: Überflieger Lorenzo mit erstem Sieg

Von Beginn weg entwickelte sich ein Dreikampf zwischen den Teamkollegen Jorge Lorenzo und Valentino Rossi sowie dem Sieger von Jerez Daniel Pedrosa. Aber schon nach wenigen Runden übernahm der Moto GP Rookie Lorenzo mit einem tollen Überholmanöver gegen Rossi die Spitze und gab diese nicht mehr ab. Bis ins Ziel konnte er den mehrmaligen Weltmeister Valentino Rossi um über 12 Sekunden(!) distanzieren.Eeinzig sein Landsmann Pedrosa konnte noch einigermassen mithalten und fuhr mit knapp 2 Sekunden Rückstand als Zweiter über die Ziellinie. Im Pressezentrum laufen bereits Wetten, dass Lorenzo dieses Jahr den WM Titel holen wird. Der zweite Rookie Dovizioso beeindruckte zu Beginn des Rennens. Er hielt an vierter Position gut mit, stürzte dann aber ebenso wie Nicky Hayden. Weltmeister Stoner kam mit über 22 Sekunden Rückstand als Sechster ins Ziel - harte Zeiten für den Erfolgsverwöhnten.

Drittbestes Resultat für Aegerter

In der 125-ccm-Klasse fuhr Dominique Aegerter zum zweiten Mal in Folge in die WM-Punkteränge. Der Schweizer erreichte den 12. Platz, was dem drittbesten Resultat seiner Karriere entspricht. Aegerter hatte vom 19. Startplatz aus keinen optimalen Start. Dennoch kämpfte sich der Oberaargauer um mehrere Ränge nach vorne und überholte ganz am Schluss des Rennens noch den Spanier Pol Espargaro. Den zweiten Sieg in Folge feierte Simone Corsi (It) vor den beiden Spaniern Joan Olive und Nicolas Terol.

Estoril. Grand Prix von Portugal. 125 ccm (23 Runden à 4,182 km = 96,186 km):

1. Simone Corsi (It), Aprilia, 40:56,168 (140,979 km/h). 2. Joan Olive (Sp), Derbi, 0,299 Sekunden zurück. 3. Nicolas Terol (Sp), Aprilia, 6,355. 4. Stevie Bonsey (USA), Aprilia, 14,973. 5. Danny Webb (Gb), Aprilia, 15,532. 6. Gabor Talmacsi (Un), Aprilia, 15,868. Ferner: 10. Sandro Cortese (De), Aprilia, 22,613. 12. Dominique Aegerter (Sz), Derbi, 27,544.

Schnellste Runde: Corsi (10.) in 1:45,557 (142,626 km/h).

35 Fahrer gestartet, 28 klassiert.

WM-Stand (3/17): 1. Corsi 59. 2. Terol 42. 3. Olive 40. 4. Stefan Bradl (De), Aprilia, 37. 5. Sergio Gadea (Sp), Aprilia, 32. 6. Mike Di Meglio (Fr), Derbi, 29.

Ferner: 14. Aegerter 12.

250 ccm (26 Runden = 108,732 km): 1. Alvaro Bautista (Sp), Aprilia, 44:34,257 (146,371 km/h). 2. Marco Simoncelli (It), Gilera, 7,050. 3. Mika Kallio (Fi), KTM, 7,063. 4. Thomas Lüthi (Sz), Aprilia, 12,998. 5. Hiroshi Aoyama (Jap), KTM, 14,666. 6. Yuki Takahashi (Jap), Honda, 18,498. Ferner: 8. Hector Barbery (Sp), Aprilia, 28,012. 10. Lukas Pesek (Tsch), Aprilia, 36,966.

Ausgeschieden u.a.: Alex Debon (Sp), Aprilia (3.) und Mattia Pasini (It), Aprilia (20.), beide gestürzt.

Schnellste Runde: Bautista (8.) in 1:41,425 (148,436 km/h).

25 Fahrer gestartet, 19 klassiert.

WM-Stand (3/17): 1. Kallio 57. 2. Pasini 45. 3. Barbera 39. 4. Takahashi 37. 5. Bautista 35. 6. Aoyama 24.

Ferner: 12. Lüthi 14.

MotoGP (28 Runden = 117,096 km):

1. Jorge Lorenzo (Sp), Yamaha, 45:53,089 (153,117 km/h). 2. Dani Pedrosa (Sp), Honda, 1,817. 3. Valentino Rossi (It), Yamaha, 12,723. 4. Colin Edwards (USA), Yamaha, 17,223. 5. John Hopkins (USA), Kawasaki, 23,752. 6. Casey Stoner (Au), Ducati, 26,688.

Ausgeschieden: Andrea Dovizioso (It), Honda (15.) und Nicky Hayden (USA), Honda (16.), beide gestürzt.

Schnellste Runde: Lorenzo (18.) in 1:37,404 (154,564 km/h).

18 Fahrer gestartet, 16 klassiert.

WM-Stand (3/18): 1. Lorenzo 61. 2. Pedrosa 61. 3. Rossi 47. 4. Stoner 40. 5. James Toseland (Gb), Yamaha, 29. 6. Loris Capirossi (It), Ducati, 26.

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