Aktualisiert 23.09.2011 15:16

Fisch in der BlaseEin aalglatter Kerl auf Abwegen

Mit dem Spa verbindet man pure Entspannung – eigentlich: Denn was ein Chinese in einer Wellness-Oase erlebte, kommt eher dem Aufenthalt in einem Sadomaso-Etablissement gleich.

von
rre

Der Candirú: Ein Fisch, den man weder fangen noch «sich einfangen» möchte.
(Quelle: YouTube/BBC)

Wellness, Entspannung und vor allem Hautverjüngung: Das suchte der Chinese Nan aus Honghu in der chinesischen Provinz Hubei, als er ein ganz besonderes Fisch-Spa in seiner Heimat aufsuchte.

Aale sollten dort überflüssige Schüppchen von seiner Haut knabbern und so für ein junges und frisches Äusseres sorgen: «Ich stieg in die Badewanne zu den Aalen und fühlte, wie die Fische sich an meiner Haut zu schaffen machten.

Candirú: Fisch und Parasit

Plötzlich verspürte ich einen stechenden Schmerz in meinem Penis», zitiert das britische Online-Portal metro.co.uk den 56-Jährigen. Einer der schlangenförmigen Fische zeigte kaum Interesse an den abgestorbenen Zellen der Epidermis und verirrte sich statt dessen über den Penis in die Harnröhre des Chinesen.

Operation «verirrter Fisch»

Nan versuchte offenbar noch, den Eindringling aus der Harnöffnung zu entfernen, doch das aalglatte Tier verunmöglichte die Bemühungen: Es drang weiter bis in die Blase des Mannes vor. Dem britischen Medienbericht zufolge suchte Nan sofort ein Spital auf. Dort soll der rund 15 cm lange Mini-Aal dann während einer dreistündigen Operation entfernt worden sein.

Während es den kleinen Aal vermutlich aus purem Übermut in die genitale Körperöffnung trieb, legen es andere Fische geradezu darauf an: Der zur Gattung der Welse zählende Candirú (zu Deutsch: Penisfisch), ist bei den Eingeborenen des Amazonas besonders gefürchtet. Das, obwohl das fast durchsichtige und so im Wasser kaum sichtbare Tierchen kaum mehr als 2,5 cm misst. Angelockt vom Urin des Menschen, bahnt sich der Candirú seinen Weg über den Penis oder den weiblichen Genitalbereich seines zukünftigen Wirts in die Harnröhre. Dort beisst er sich in das Gewebe und ernährt sich vom Blut seines Opfers um nach wenigen Sekunden bereits wieder von ihm abzulassen. Entfernen lässt sich das kleine Monster meist nur operativ. Beim nächsten Amazonas-Urlaub sollte man also lieber vom Baden absehen.

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