Zugs nächster Brunner: Ein «Airhook»-Tor als kleiner Vorgeschmack

Aktualisiert

Zugs nächster BrunnerEin «Airhook»-Tor als kleiner Vorgeschmack

Kloten wollte Damien Brunner nicht mehr, jetzt ist er bei Zug NLA-Topskorer. Kloten wollte Dominic Lammer nicht mehr, jetzt kann er in Zug der nächste Brunner werden.

von
Klaus Zaugg

Das «Airhook»-Tor von Dominic Lammer. (Quelle: SF)

Dominic Lammer ist 19 Jahre alt und hat soeben beim 4:1 gegen die Kloten Flyers seine beiden ersten NLA-Tore erzielt. Das erste war ein freches «Airhook»-Tor, das vor ihm erst Damien Brunner und Thomas Déruns wagten. «Ich bin jung, ich bin frech, da kann ich so etwas einmal probieren», sagte Lammer nach der Partie. Die Liga wird ihn noch spüren.

Leo Schumacher coacht Zugs Elitejunioren. Er ist einer der meistunterschätzten Trainer im Land. Er sagte dem Reporter der «Neuen Luzerner Zeitung» schon vor Wochen über Lammer: «Aus ihm wird mal ein grosser Spieler.» Schumacher hat Lammer im letzten Frühjahr nach Zug geholt.

Warum stürmt Lammer für Zug und nicht für Kloten. Ganz einfach: In Kloten wurde er gewogen und für die NLA als zu leicht und zu klein befunden. Er bekam nur dreimal eine Chance in der NLA. Im vierten Block.

Im Training flogen die Fäuste

Lammer ist nicht arrogant. Aber er weiss, was er will und sein Frust wurde immer grösser. Schliesslich flogen im Training die Fäuste. Er verprügelte Teamkollege Sebastian Sutter. Lammer wurde erst suspendiert und dann nach Rapperswil abgeschoben. Dort führt die Elite-Junioren der Lakers im Viertelfinale zu einem sensationellen Playoff-Triumph über Zug und im Halbfinale war erst der spätere Meister GCK Lions Endstation.

In Kloten verkannt und in Zug ein Star geworden. So ist es auch Damien Brunner (25) ergangen, heute der vielleicht beste Einzelspieler mit Schweizer Pass.

Zugs Trainer Doug Shedden hat ein feines Gespür für Spieler und gibt Lammers viel Eiszeit und Vertrauen. Er hatte bereits vor Monaten der «Neuen Luzerner Zeitung» gesagt: «Lammer ist unglaublich talentiert. Die Stocktechnik, die Übersicht, der Speed ... Er erinnert mich an Brunner.» Es gibt noch eine Gemeinsamkeit: Brunner und Lammer haben mit Erich Wüthrich den gleichen Agenten. Der ehemalige Hockeymanager und Verbandsdirektor ist dafür bekannt, dass er nur ganz wenige ausgewählte Klienten betreut. Es spricht für Lammer, dass er von Wüthrich beraten wird.

Zu klein für Nordamerika

Lammer der neue Brunner? Durchaus denkbar. Neben Shedden bestätigt auch Talentexperte Schumacher: «Sie sind sich ziemlich ähnlich.» Der Unterschied: Brunner ist sieben Zentimeter grösser und acht Kilo schwerer als Lammer (174 cm, 76 kg). Diese Differenz wird immer zwischen den beiden Stürmern stehen. Das bedeutet: Lammer ist der perfekte Spieler für die NLA. Aber zu klein und zu leicht für Nordamerika.

Brunner hingegen hat gute Aussichten, im Sommer einen Vertrag in der NHL zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit ist also gross, dass er nächste Saison nicht mehr für den EV Zug stürmt. Das ist nicht mehr ganz so schlimm. Weil Dominic Lammer am Freitag ausgerechnet gegen die Kloten Flyers in der NLA angekommen ist.

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