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Ein Alkoholforscher verrät, was der Dry January wirklich bringt

Nach der grossen Party zum Jahresende verzichten viele Menschen einen Monat lang auf Alkohol. Wir haben den Alkohol- und Suchtforscher Dr. Gerhard Gmel gefragt, inwiefern sich die Challenge lohnt.

von
Gloria Karthan
4.1.2021

Herr Gmel, was bringt ein Dry January dem Körper?

Da der Dry January noch nicht lange existiert, gibt es noch nicht viele Studien dazu. Er zeigt aber gute Ergebnisse bezüglich der Schlafqualität, des Blutdrucks, des Übergewichts und gar der Haut. Die Mehrheit der Teilnehmenden fühlt sich danach besser, etwa was die Energie und die Konzentration angeht. Auch eine Fettleber bildet sich nach vier bis sechs Wochen Abstinenz komplett zurück und erholt sich.

Inwiefern profitiert unsere Psyche davon, wenn wir einen Monat keinen Alkohol trinken?

Diejenigen, die den Dry January absolviert haben, berichten von einer positiven Selbstwirksamkeitserfahrung. Sie merken, dass sie ihren Konsum kontrollieren können, wenn sie wollen. Zudem entwickeln einige von ihnen neue Aktivitäten als Alternative zum Alkohol. Und manche freuen sich auch über den positiven Nebeneffekt, dass sie Geld sparen. Wichtig: Bei starkem Alkoholkonsum sollte eher eine Beratung durch eine Fachstelle gesucht werden.

Hilft ein Dry January auch dabei, innezuhalten und das eigene Verhältnis zum Alkoholtrinken zu hinterfragen?

Ja, denn die Teilnehmenden wollen auch wissen, was dieser Monat mit ihnen macht. Die Effekte sind oft sichtbar, und das bringt viele dazu, den Alkoholkonsum bewusster zu steuern.

Und wie gehts nach dem Dry January weiter?

Tatsächlich gibt eine Mehrheit der Teilnehmenden an, nach dem Dry January weniger Alkohol zu trinken als vorher, selbst unter denjenigen, die die Challenge nicht ganz durchgehalten hatten. Nur wenige Menschen trinken danach mehr als vorher.

Dem Körper und vor allem der Leber eine Pause zu geben ist immer sinnvoll.

Dr. Gerhard Gmel

Haben Sie einen Durchhalte-Tipp für Neulinge?

In der Schweiz gibts dieses Jahr zum ersten Mal einen Dry January von verschiedenen Organisationen, der vom Bundesamt für Gesundheit gefördert wird. Wer sich anmeldet, erhält kostenlose Unterstützung und erhöht damit seine oder ihre Erfolgschancen. Es ist auch einfacher, bei einem Apéro den angebotenen Alkohol abzulehnen, wenn man das Mitmachen bei einer solchen Challenge als Grund angeben kann.

Einmal pro Jahr einen Monat nichts trinken und den Rest des Jahres über die Strenge schlagen – macht das überhaupt Sinn?

Natürlich wird der Effekt wieder vermindert, wenn man danach wieder stark trinkt. Doch wie gesagt reduziert die Mehrheit ihren Alkoholkonsum danach. Dem Körper und vor allem der Leber eine Pause zu geben ist immer sinnvoll.

Hast du oder jemand, den du kennst, ein Problem mit Alkohol?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, Onlineberatung

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

MyDrinkControl, Selbsttest

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46 Kommentare
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gläsli

03.01.2021, 18:22

Ihr Lippenstift hat ne coole Farbe. Dies Interessiert mich mehr.

fürio sch

03.01.2021, 18:21

Ich warte noch auf den Dumpfbacken Kommentar die habe zu viel Sonne erwischt. Bei den Nordländern heisst es immer die habe zu wenig erwischt. Die wo das schreiben, ist der Chip da oben abgebrannt

Lebens-freude

03.01.2021, 08:50

Wacht auf, Habt Ihr vergessen was es bedeutet zu Leben? Googelt mal Open air, Konzert oder Karneval, erinnert euch. Wisst Ihr noch wie es war die erste Liebe, voller Mut an einer Kinderdisco die oder den angebetete/n zum Tanz aufzufordern? So vieles was das Leben ausmacht haben wir verloren. Sich mitzuteilen wir immer schwerer, auch hier gibt es immer weniger Komment. Spalte. Dieses Jahr wird es sich entscheiden ob ein Leben wie es war wider gibt, wir haben es in der Hand. vergisst nicht wie es wahr.