Dry January: Ein Alkoholforscher verrät, was die Aktion wirklich bringt

Da der Dry January noch nicht lange existiert, gibt es noch nicht viele Studien dazu.

Da der Dry January noch nicht lange existiert, gibt es noch nicht viele Studien dazu.

Gabriel Dias/Pexels
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Dry januarySo stark profitierst du gesundheitlich von einem alkoholfreien Januar

Nach der grossen Party zum Jahresende verzichten viele Menschen einen Monat lang auf Alkohol. Wir haben den Alkohol- und Suchtforscher Dr. Gerhard Gmel gefragt, inwiefern sich die Challenge lohnt.

von
Gloria Karthan

Herr Dr. Gmel, was bringt ein Dry January dem Körper?

Da der Dry January noch nicht lange existiert, gibt es noch nicht viele Studien dazu. Er zeigt aber gute Ergebnisse bezüglich der Schlafqualität, des Blutdrucks, des Übergewichts und gar der Haut. Die Mehrheit der Teilnehmenden fühlt sich danach besser, etwa was die Energie und die Konzentration angeht. Auch eine Fettleber bildet sich nach vier bis sechs Wochen Abstinenz komplett zurück und erholt sich.

Inwiefern profitiert unsere Psyche davon, wenn wir einen Monat keinen Alkohol trinken?

Diejenigen, die den Dry January absolviert haben, berichten von einer positiven Selbstwirksamkeitserfahrung. Sie merken, dass sie ihren Konsum kontrollieren können, wenn sie wollen. Zudem entwickeln einige von ihnen neue Aktivitäten als Alternative zum Alkohol. Und manche freuen sich auch über den positiven Nebeneffekt, dass sie Geld sparen. Wichtig: Bei starkem Alkoholkonsum sollte eher eine Beratung durch eine Fachstelle gesucht werden.

Machst du beim Dry January mit?

Hilft ein Dry January auch dabei, innezuhalten und das eigene Verhältnis zum Alkoholtrinken zu hinterfragen?

Ja, denn die Teilnehmenden wollen auch wissen, was dieser Monat mit ihnen macht. Die Effekte sind oft sichtbar, und das bringt viele dazu, den Alkoholkonsum bewusster zu steuern.

Und wie gehts nach dem Dry January weiter?

Tatsächlich gibt eine Mehrheit der Teilnehmenden an, nach dem Dry January weniger Alkohol zu trinken als vorher, selbst unter denjenigen, die die Challenge nicht ganz durchgehalten hatten. Nur wenige Menschen trinken danach mehr als vorher.

Dem Körper und vor allem der Leber eine Pause zu geben ist immer sinnvoll.

Dr. Gerhard Gmel

Haben Sie einen Durchhalte-Tipp für Neulinge?

In der Schweiz gibts seit 2021 einen Dry January von verschiedenen Organisationen, der vom Bundesamt für Gesundheit gefördert wird. Wer sich anmeldet, erhält kostenlose Unterstützung und erhöht damit seine oder ihre Erfolgschancen. Es ist auch einfacher, bei einem Apéro den angebotenen Alkohol abzulehnen, wenn man das Mitmachen bei einer solchen Challenge als Grund angeben kann.

Einmal pro Jahr einen Monat nichts trinken und den Rest des Jahres über die Strenge schlagen – macht das überhaupt Sinn?

Natürlich wird der Effekt wieder vermindert, wenn man danach wieder stark trinkt. Doch wie gesagt reduziert die Mehrheit ihren Alkoholkonsum danach. Dem Körper und vor allem der Leber eine Pause zu geben ist immer sinnvoll.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Probleme mit Alkohol?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Blaues Kreuz Schweiz, Beratungsstellen

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

My Drink Control, Selbsttest

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

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