Aktualisiert 09.02.2015 12:47

Marktplatz St. Gallen

Ein attraktiver Platz für acht Millionen geplant

In St. Gallen wird am 8. März über die Neugestaltung des Marktplatzes abgestimmt. Am Montag stellte die Stadt die Argumente für die Vorlage vor.

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So soll der neue Marktplatz in St. Gallen aussehen.

So soll der neue Marktplatz in St. Gallen aussehen.

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Am 8. März wird in St. Gallen über die Neugestaltung des Marktplatzes abgestimmt.

Am 8. März wird in St. Gallen über die Neugestaltung des Marktplatzes abgestimmt.

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Eine Innenstadt brauche offene, attraktive Räume, in denen das Leben stattfinden könne, warb der St. Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin am Montag vor den Medien für die Abstimmungsvorlage. Seit 50 Jahren habe sich der Marktplatz nicht mehr verändert. Das vorliegende Projekt sei nun der Schlüssel für eine grossflächige und autofreie Begegnungszone mitten in der Stadt.

Insgesamt wird mit Ausgaben von 21 Mio. Franken gerechnet. Der Kostenanteil der Stadt beträgt 14 Mio. Franken. Davon seien sechs Millionen «Ohnehinkosten», rechnete Scheitlin vor. Für acht Millionen bekomme damit die Stadt einen neuen attraktiven Platz.

Gegner ohne eigene Lösung

Die Gegner lehnten das Projekt ab, ohne eine eigene Lösung vorzulegen, kritisierte der Stadtpräsident. «Wir haben aber weder die Zeit noch das Geld für eine neue Planung.» Bisher seien Planungskosten von 1,3 Mio. Franken angelaufen, erinnerte er.

2011 seien die Bedürfnisse der Nutzer der bisherigen Marktstände breit abgeklärt worden, sagte Baudirektorin Patrizia Adam. Dies habe man nun nicht mehr wiederholt, weil das Parlament eine Markthalle abgelehnt habe. Es sei klar, dass künftig weiterhin ein täglicher Markt stattfinden könne – einfach mit mobilen Ständen.

Zum Projekt gehört auch eine grosse WC-Anlage, für die 1,9 Mio. Franken budgetiert wurde. Sie biete unter anderem acht Damen- und vier Herren-Toiletten, einen Wickelraum und ein Behinderten-WC. Die Anlage werde unterirdisch gebaut und sei tagsüber bedient.

Taubenloch als Mehrzweckraum

Das Taubenloch unter dem Blumenmarkt hat als Verwaltungsgarage ausgedient. Geplant ist dort ein Mehrzweckraum, der das Waaghaus von Veranstaltungen wie dem Veloflohmarkt entlasten solle.

Die Verlegung der Haltestelle für den öffentlichen Verkehr in Richtung Bahnhof auf die Höhe des Marktplatzes sei notwendig, argumentierte Fredy Brunner, Direktor der Technischen Betriebe. Bis 2030 müssten im Vergleich zu heute rund 40 Prozent mehr Passagiere befördert werden.

52 Meter lange Züge

Dies bedinge längere Kompositionen, die die Brühltor-Kreuzung nicht blockieren dürften. Brunner erinnerte an die Pläne der Appenzeller Bahnen, die für die Durchmesserlinien 52 Meter lange Tango-Züge einsetzen will.

Die Neugestaltung des Marktplatzes in der Stadt St. Gallen hat eine längere Vorgeschichte. Ein erstes Projekt scheiterte im Mai 2011 an der Urne. Im Auftrag des Parlaments arbeitete danach der Stadtrat eine neue Vorlage aus, über die am 8. März abgestimmt wird. Sie wird von FDP, SVP und Gewerbekreisen bekämpft. (sda)

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