Aktualisiert 15.05.2007 19:31

«Interview mit Anthony Hopkins»«Ein ausgezeichneter Film alter Schule»

Zur Zeit ist Anthony Hopkins in seinem neuesten Film «Fracture» im Kino zu sehen. Im Interview analysiert er seine Filmrolle und gibt Einblicke in seine Lebensphilosophie.

Haben Sie lange überlegt, ob Sie den Thriller «Fracture» drehen wollten?

Anthony Hopkins: Nein, denn es ist ein smartes, anspruchsvolles und sehr gut geschriebenes Skript. Davon bekommt man heutzutage nicht mehr viele zugeschickt.

Was sind die Handlungsmotive Ihrer Filmfigur?

Hopkins: Ich bin kein Filmwissenschafter, analysiere nie, was einen guten Film ausmacht, und untersuche auch nie den Subtext einer Figur. Fragen Sie den Drehbuchautor, warum jemand etwas Bestimmtes tut. Ich lasse es nur geschehen.

Aber die Figur zu spielen fiel Ihnen leicht?

Hopkins: Die Rolle ist sehr scharfsinnig skizziert. Crawford ist wie Jago, er hat jede Menge Asse im Ärmel. Wenn so etwas gut geschrieben ist, kann man es leicht spielen. Ich habe bis jetzt zwei Verbrecher in meinem Leben dargestellt: Hannibal Lecter und diesen Typen. Er ist ein Kontrollfreak. Präzision fasziniert ihn, aber genau das ist sein Fehler. Er spielt gern mit Menschen und bewegt sich auf des Messers Schneide.

Also doch noch eine Figurenanalyse.

Hopkins: Aus der Schauspielerei wird immer so eine grosse Sache gemacht. Aber für mich war sie nie kompliziert wie etwa eine mathematische Formel. Die Figur ist ein Ingenieur – okay, bin ich eben ein intelligenter Krimineller; sie stecken mich in gediegene Klamotten und lassen mich in einem teuren Wagen fahren. Okay, bin ich eben auch noch ein reicher Krimineller. So einfach ist das.

Und wie gefällt Ihnen persönlich der fertige Film?

Hopkins: Es ist ein ausgezeichneter Film alter Schule. Man will unbedingt wissen, ob es Willy gelingt, Crawford festzunageln. Aber eigentlich ist es noch viel faszinierender zu beobachten, wie er es anstellt.

Was ist eigentlich Ihr Lebensmotto?

Hopkins: Wenn man sich nicht amüsieren kann, dann braucht man morgens doch gar nicht aufzustehen.

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