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InfinitiEin Auto, das denkt und lenkt

Mit dem Q50 kommt Infiniti dem Fahren ohne Fahrer einen Schritt näher. Der Konkurrenz im Premium-Sektor auch.

von
Lukas Rüttimann

Es ist keine bahnbrechend neue Erkenntnis, dass Autofahren in absehbarer Zeit ohne Fahrer möglich sein wird wird. Besonders im Premium-Segment wimmelt es von Sensoren für Assistenzsystemen, die den Menschen nahezu überflüssig machen. Und während man früher mit einem denkenden Auto noch einen TV-Hit landen konnte, sind die meisten Modelle heute nicht mehr weit von David Hasselhoff und seinem sprechenden Trans Am entfernt.

Der Q50 von Infiniti ist eines dieser Autos. Auch, weil er als erster Wagen der Welt das Direct Adaptive Steering (DAS) serienmässig anbietet. Das heisst: Erstmals in diesem Segment kann der Fahrer sowohl Lenkkraft als auch Übersetzung einstellen und speichern. Mit dem DAS-System werden Lenkbefehle elektronisch auf die Vorderräder übertragen – mit der Folge, dass die Lenkung schneller reagiert und Vibrationen vermieden werden können.

Wie auf Schienen

Noch mehr Zukunft gefällig? Bitte sehr: Mit der Active Lane Control (ALC) kann sich der Q50 sogar selbstständig in der Spur halten. Mit Hilfe einer Kamera wird die Fahrspur überwacht; gibt es Abweichungen, werden Korrekturen ausgelöst und man kriegt das Gefühl, als fahre das Auto auf Schienen. Nicht mal, wenn man das Lenkrad auf der Autobahn loslässt, muss man sich Sorgen machen. Denn der Q50 lenkt selbst.

Wie weit man sich beim Fahren auf solche Assistenzsysteme verlassen will, ist und bleibt indes Geschmacksache. Auf kurvigen Strassen etwa sollte man sich zwei Mal überlegen, ob man den eifrigen Spurenwarnmelder eingeschaltet lassen will. Und auch die ALC kann dazu führen, dass man sich als aktiver Fahrer bevormundet fühlt.

Kommt dazu, dass alle noch Innovationen wenig nützen, wenn das Auto designtechnisch nicht mithalten kann. Zum Glück kommt der Q50 mit seiner markigen Front und der ele-ganten Kontur der Konkurrenz von Audi, BMW und Mercedes auch da einen grossen Schritt näher. Nicht wahr, K.I.T.T.?

Infiniti Q50S Hybrid AWD

Modell: 4-türige Limousine

Motor: 3,5l-V6 plus Elektromotor mit 364 PS (268 kW)

Fahrleistungen: 0-100 km/h in 5,4 s. Höchstgeschwindigkeit 250 km/h

Verbrauch: 6,8 L/100 km Verbrauch, 159 g CO2/km

Preis: ab Fr. 71'033.—

Marktstart: ab sofort

Infos: www.infiniti.eu

Alltag

Sehr angenehmes Fahren im Alltag. Die Assistenzsysteme machen ein absolut stressfreies Fahren möglich, der Hybrid-Motor mindert den Verbrauch.

✭✭✭✭✭

Geld

Mit Multimedia-Package, Glasschiebedach und Safety-Package ist man beim Q50 schnell mal auf über 80'000 Franken. Doch der schnittige Wagen ist seinen Preis wert.

✭✭✭✭

Sexappeal

Vorne kräftig, markant, elegant und männlich. Nur von hinten sieht der Q50 immer noch ein wenig aus wie ein Mazda oder Lexus. Das gibt Abzug.

✭✭✩

Spass

Im Sport-Modus kann man mit dem Q50 jede Menge Fahrspass haben. Die Assistenzsysteme sollte man dabei besser aus-, den «Turbo-Booster» mit seinen 364 PS dafür einschalten.

✭✭✭✭

Umwelt

Der 3,5l-V6 plus Elektromotor sorgt dafür, dass man mit wenig Verbrauch von A nach B kommt. Vor allem im Eco-Mode fährt das Auto fast von alleine.

✭✭✭✭✭

Gesamt

Ein ernsthafter Konkurrent für die entsprechenden Modelle von BMW, Audi und Mercedes. Wem das Design gefällt, wird von der Technik erst recht begeistert sein.

✭✭✭✭✩

«Der Infiniti Q50 denkt und lenkt fast von alleine. Die vielen Assistenzsysteme können aber auch dazu führen, dass man sich als Fahrer bevormundet fühlt.»

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