Hanf als Kuhfutter: Ein Bauer kämpft gegen das Gesetz
Aktualisiert

Hanf als KuhfutterEin Bauer kämpft gegen das Gesetz

Immer wieder verfütterte ein Luzerner Bauer Hanf an seine Kühe. Am Dienstag stand er in Sursee erneut vor Gericht.

von
Markus Fehlmann
Weil ein Luzerner Bauer seine Kühe mit Hanf fütterte, musste er vor Gericht. (Symbolbild Keystone)

Weil ein Luzerner Bauer seine Kühe mit Hanf fütterte, musste er vor Gericht. (Symbolbild Keystone)

«Jahrelang habe ich meinen Tieren Hanf gegeben und nie hatte ich Probleme», ärgert sich Bauer J.B.*. Seit der Bund 2005 das Verfüttern von Hanf an Nutztiere verboten hat, kämpft der 45-Jährige gegen die Justiz. Bereits im letzten September war er vom Luzerner Obergericht zu einer Busse von 400 Franken verurteilt worden, weil er 2006 gegen das Verbot verstossen hatte. Dagegen reichte er beim Bundesgericht Beschwerde ein. Gestern nun stand B. vor dem Amtsgericht Sursee, weil er zwei Jahre später erneut selbst angebauten Hanf an seine Kühe verfüttern wollte – dieser wies einen THC-Gehalt von bis zu 2,7 Prozent auf, wie eine Analyse zeigte.

Ein Versuch des Bundes aus dem Jahr 1998 ergab, dass der Drogenwirkstoff THC in die Kuhmilch gelangen kann. «Die Milch meiner Kühe hat sicher keine Halluzinationen ausgelöst», sagt B. Er zweifelt den Test an, weil den Tieren Hanfextrakt verabreicht wurde. «Für einen praxisnahen Versuch müssten den Tieren während einer Woche richtige Pflanzen verfüttert werden.» B. verlangt, dass solche Tests jetzt durchgeführt werden. Er schwört auf die Heilwirkung der Hanfpflanze. «Sie verhindert zum Beispiel Milchfieber bei Säuen.» Das Urteil des Amtsgerichts wird in den nächsten Tagen erwartet.

*Initialen geändert

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