Derby-Spektakel am Sonntag - «Ein besonderer Club» – Schafft Miro Muheim mit dem HSV den Aufstieg?

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Derby-Spektakel am Sonntag«Ein besonderer Club» – Schafft Miro Muheim mit dem HSV den Aufstieg?

Der Schweizer Miro Muheim befindet sich mit dem Hamburger SV auf Aufstiegskurs. Die FCSG-Leihgabe sprach mit 20 Minuten über das Leben in Deutschland, die zweite Bundesliga und ihre Zukunft. 

von
Silvan Haenni
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Auf Kurs: Für Miro Muheim läufts derzeit beim Hamburger SV.

Auf Kurs: Für Miro Muheim läufts derzeit beim Hamburger SV.

imago images/Claus Bergmann
Beim deutschen Traditionsclub findet er sich meist in der Startelf wieder.

Beim deutschen Traditionsclub findet er sich meist in der Startelf wieder.

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Bereits 13 Einsätze in der zweiten Bundesliga konnte die FCSG-Leihgabe verbuchen.

Bereits 13 Einsätze in der zweiten Bundesliga konnte die FCSG-Leihgabe verbuchen.

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Darum gehts

Norddeutschland ist im Derby-Fieber. Am Sonntag steigt in Hamburg der Kracher schlechthin: Der HSV empfängt Rivale Werder Bremen, der Leader zu Gast beim Zweiten. Nur halt in der zweiten Bundesliga. Für die Hamburger heisst das zumindest: Nach bald vier Jahren im Unterhaus liegt man nach 23 von 34 Spielen im Soll, der Aufstieg liegt drin. Auch im Pokal ist das Team von Trainer Tim Walter (46) noch vertreten – während etwa Dortmund oder Bayern bereits scheiterten. 

Beim HSV mit an Bord: Miro Muheim. Der 23-jährige Schweizer ist seit vergangenem Sommer vom FC St. Gallen ausgeliehen und figuriert als linker Aussenverteidiger meistens in der Startaufstellung. Zumindest solange, wie Stammkraft Tim Leibold an einer Kreuzbandverletzung laboriert. Miro Muheim, klappts mit dem Aufstieg? «Die Qualität in der Liga ist gross, das sieht man schon allein daran, wie gering die Punkteabstände zwischen den Teams sind (zwischen Rang eins und fünf liegen nur zwei Punkte, Red.). Jeder kann jeden schlagen», meint der dreifache U-21-Internationale gegenüber 20 Minuten. Muheim weiter: «Es dürfte also bis zum Ende spannend bleiben.»

«Ich fühle mich sehr wohl»

Das Weiterkommen im DFB-Pokal nach Elfmeterschiessen in Köln sei ein absolutes Highlight gewesen. Auch da stand Muheim in der Startaufstellung. «Für mich persönlich lief es zuletzt gut. Ich konnte meine Leistungen stabilisieren und der Mannschaft so helfen», gibt sich der Linksfuss entsprechend zufrieden. Der HSV, so Muheim, sei schon ein «besonderer Club». Und: «Ich fühle mich sehr wohl.» So wohl, dass er nach Leihende im Sommer gleich in der Hansestadt bleibt? «In ein paar Wochen, vielleicht Ende März, werden wir uns sicher mit dem HSV zusammensetzen und besprechen, wie es weitergeht», sagt er. Der HSV besitzt eine Kaufoption. Kostenpunkt: rund zwei Millionen Franken.

Seine temporäre Heimat gefällt dem ehemaligen FCZ-Junior zumindest schon einmal: «Hamburg ist eine schöne Stadt, die sehr viel zu bieten hat.» An trainingsfreien Nachmittagen sei er gerne draussen unterwegs. Gerade an der Alster gefalle es ihm sehr gut und der Hafen habe seinen ganz eigenen Charme. Und natürlich auch das 57’000 Zuschauende fassende Volksparkstadion. «Es ist beeindruckend, wenn man hier als Spieler einläuft», so Muheim. «Die Stimmung ist schon mit 20’000 oder 30’000 Zuschauenden sensationell. Hoffentlich ist es bald wieder einmal ausverkauft.» Aber auch im St. Galler Kybunpark herrsche jeweils «eine geile Stimmung».

Via Chelsea nach St. Gallen

Dort, im Ostschweizer Fussball-Tempel, war Muheim seit Januar 2018 zuhause und hätte im Team von Trainer Peter Zeidler (59) noch einen gültigen Vertrag bis Sommer 2024 gehabt. Nach St. Gallen war er via FCZ- und Chelsea-Nachwuchs gelangt – und hat mit insgesamt 59 Super-League-Einsätzen (fünf Assists) trotz zarten Alters schon einiges an Erfahrung sammeln können. «Ich habe das Gefühl, dass es in Deutschland körperbetonter zugeht und man hier etwas mehr Zweikämpfe führt», sagt Muheim nach mittlerweile 13 Spielen in der zweiten Bundesliga (ein Assist). Ausserdem sei das Tempo in Deutschland höher.

Wie sich seine Situation in Hamburg entwickelt, dürfte auch wesentlich davon abhängen, ob Hamburg nach vier Jahren nun endlich wieder in die erste Bundesliga aufsteigt. In einer historisch dichten Liga-Konstellation mit einstigen Erstliga-Schwergewichten wie Werder Bremen, Schalke oder Hannover kann an den übrigen elf Spieltagen allerdings noch viel passieren. So oder so: Muheim dürfte in Deutschland auch ausserhalb Hamburgs auf sich aufmerksam gemacht haben. Oder wird es spätestens am Sonntag tun, wenn ganz Fussball-Deutschland in Richtung Norden schauen wird.

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