Gamer-Leben: Ein bisschen zu exotisch
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Gamer-LebenEin bisschen zu exotisch

SINGAPUR – Das Schweizer Team fühlt sich pudelwohl in Singapur. Wenn nur die Sache mit dem exotischen Food nicht wäre.

«Gibt es keinen normalen Food hier?». Halo-Spieler «NiCU» rümpft die Nase über dem asiatischen Fischgericht. Auch Fussball-Zocker «Blacky» stinkts langsam. «Man nimmt keine Rücksicht auf die Spieler anderer Nationen», beklagt er sich schon am zweiten Tag in Singapur. Und mit ihm das halbe Schweizer Team. «Wir müssen doch gut genährt an die Games», fordert «Blacky». Und meint es kaum im Scherz. Gefallen würde es ihnen gut hier in Singapur, bestätigen die meisten. Dass sie allesamt in den Gruppenspielen unterlegen sind, schlägt ihnen auf den Magen. Coach Yves Kilchenmann stellt indes bei einigen eine gewisse Singapur-Müdigkeit vor. Was auch damit zusammenhängen dürfte, dass sie praktisch jeden Tag einen Hamburger in sich gestopft haben.

Viel gesehen von der Stadt haben sie bisher auch noch nicht. Morgens um zehn Uhr werden sie an den Spieltagen jeweils von der Player's Village, die eine halbe Stunde ausserhalb der Stadt liegt, ins Suntec-Center gefahren, am Abend gehts zurück. Im Suntec-Center verbringen sie den grossen Teil des Tages in der riesigen Spielhalle – unterdessen allerdings nur noch als Zuschauer. Am Abend gehts meist geschlossen in die Player's Village zurück. Zwar haben einige einen Ausflug ins nächtliche Singapur unterdessen gewagt, sind aber am frühen Morgen einigermassen enttäuscht zurückgekehrt. Eine Abzockerei sei es gewesen.

Die Player's Village sei ein fantastischer Ort, sagt «Counter Strike»-Spieler Manuel Bachmann. Jeweils zwei Spieler des 13-köpfigen Teams teilen sich ein Zimmer, dieses ist mit einem Fernseher bestückt. In einem grossen Zelt wird gefrühstückt, darin befindet sich auch die Chill-Out-Zone inklusive Fussballkasten. Und verhungern müssen sie hier bestimmt nicht: In der Player's Village gibt es nämlich die grossen Drei des Fast Foods: eine McDonald's ebenso wie ein Burger King und ein Kentucky Fried Chicken. Für diejenigen, die es trotzdem gerne exotisch haben, stehen einheimische Essplätze zur Verfügung. So dass die schwere Niederlage des Schweizer Teams von allen einigermassen gut verdaut wird.

Jan Graber

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