12.12.2017 10:45

Energiebilanz

Ein Bitcoin-Deal frisst so viel wie zwei Tesla-Akkus

Das digitale Netzwerk braucht enorm viel Strom. Wer einen Bitcoin kauft, könnte mit der benötigten Energie noch ganz anderes machen.

von
D. Benz
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Die Rechenleistungen für das Bitcoin-Netzwerk brauchen enorm viel Strom.

Die Rechenleistungen für das Bitcoin-Netzwerk brauchen enorm viel Strom.

Jens Kalaene
Eine Bitcoin-Transaktion benötigt 215 Kilowattstunden. Damit kann man zweimal einen Tesla-Akku aufladen.

Eine Bitcoin-Transaktion benötigt 215 Kilowattstunden. Damit kann man zweimal einen Tesla-Akku aufladen.

AP/Richard Vogel
In der Schweiz lässt sich damit ein Kühlschrank 215 Tage lang betreiben.

In der Schweiz lässt sich damit ein Kühlschrank 215 Tage lang betreiben.

Keystone/Gaetan Bally

Der Bitcoin-Boom ist nach wie vor ungebrochen. Fast täglich erklimmt der Kurs der digitalen Währung neue Rekordhöhen. Doch die Goldgräberstimmung belastet zunehmend die Umwelt. Grund: Das Scheffeln nach Bitcoins verbraucht gigantische Strommengen. Experten und Umweltschützer schlagen Alarm. Kryptowährungen seien wahre Klimakiller, und die Zukunft mit sauberer Energie sei in Gefahr, so die Befürchtungen.

So soll nur eine Bitcoin-Transaktion 215 Kilowattstunden Strom benötigen, schreibt die Nachrichtenseite «Digiconomist». Täglich werden mehrere Hunderttausend Bitcoin-Transaktionen getätigt. 20 Minuten hat zusammengestellt, was man mit dem Stromverbrauch eines Bitcoin-Deals alles machen könnte*:

• Einen Tesla-Akku zweimal vollständig aufladen

• Etwa 440 Tage rund um die Uhr am Laptop im Akku-Betrieb arbeiten

• 215 Stunden staubsaugen

• 3225 Hemden bügeln

• 160 Stunden Haare föhnen

• Für 215 Tage einen Kühlschrank betreiben

• Einen durchschnittlichen Schweizer Haushalt für knapp 20 Tage mit Strom versorgen

*Die Berechnungen basieren auf Daten des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen SVE

Mehr Stromverbrauch als derjenige von einigen Staaten

Insgesamt liegt aktuell der jährliche Energieverbrauch für die Rechenleistung, die für Transaktionen oder die Synchronisierung aller Nutzer im Bitcoin-Netzwerk benötigt wird, bei rund 30 Milliarden Kilowattstunden. Alleine im Oktober ist laut Schätzungen der Konsum um rund ein Drittel gestiegen. Damit ist der Stromverbrauch teils grösser als jener von einzelnen Staaten. Zum Vergleich:

• Laut der Website «Powercompare» entspricht der gesamte Bitcoin-Stromverbrauch der Hälfte des Jahreskonsums der Schweiz. Dieser lag im letzen Jahr bei rund 58 Milliarden Kilowattstunden.

• Der Bitcoin-Stromkonsum ist ungefähr gleich gross wie der jährliche Bedarf der Slowakei.

• Nordkorea braucht im Jahr rund die Hälfte weniger Strom als das Bitcoin-Netzwerk.

• Der Stromverbrauch des Bitcoin-Systems ist dreimal grösser als jener von Paraguay.

• Afghanistan braucht nur ein Sechstel des Bitcoin-Strombedarfs.

Aktuell ist der Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks grösser als der Bedarf in weltweit 159 Ländern. Geht der Boom um die Kryptowährung weiter, könnte laut Schätzungen von «Powercompare» der Stromkonsum des Bitcoin-Netzwerks per Februar 2020 so hoch sein wie der gesamte weltweite Bedarf.

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