Flipperclub Regio Basel: Ein blinkendes Paradies für flinke Finger

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Flipperclub Regio BaselEin blinkendes Paradies für flinke Finger

In Münchenstein gibt es den einzigen Flipperclub der Region. An 55 blinkenden Automaten können Fingerfertige hier allmonatlich in der Vergangenheit schwelgen.

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rob

Der Flipperclub in Münchenstein ist nichts für empfindliche Ohren. (Video: rob)

Am Freitagabend kurz nach 20 Uhr stehen die Besucher bereits Schlange. «Ich habe Ihnen gesagt, dass es zur Öffnung hektisch werden könnte», sagt Reiner Wolf und lacht. Er ist Vizepräsident des Flipperclubs Basel, des ersten und einzigen seiner Art in der Region. Dieser bietet den 30 bis 40 Besuchern, die in der ersten halben Stunde bereits in den schummrigen Raum in der Grabenackerstrasse strömen, was man sonst kaum noch findet: Flipperkästen – von museumsreifen Oldtimern aus den 1950ern bis zu neusten Sondereditionen im Wert von über 10'000 Franken.

Die insgesamt 55 blinkenden und klingenden Automaten haben die sechs Vorstandsmitglieder des Vereins selbst zusammengetragen. «Wir beschaffen sie mehrheitlich über Online-Börsen», sagt Vereinspräsident Ramon Richard. Früher habe in jeder Beiz ein Flipperautomat gestanden. Heute sind es weltweit nur noch zwei Firmen, die neue Kästen produzieren – das Flippern ist vom Aussterben bedroht. Dies sei einer der Hauptgründe gewesen, das Flipperlokal fürs breite Publikum zu öffnen: «Wir wollen, dass das Flippern nicht verloren geht und es in der jüngeren Generation wieder verankern», so Richard.

Bereits über 400 Mitglieder

Ein Wochenende im Monat öffnet der Verein deshalb seine Tore – freitags jeweils von 20 bis 1 Uhr, am Samstagen von 16 bis 1 Uhr. Nächster Termin ist der 18. und 19. August. «Die Idee hat von Anfang an Anklang gefunden», erzählt Aktuar Thomy Reichenstein. Im März 2016 war das. Seitdem habe man über 400 Mitgliedschaften registriert – dazu zählen Tages- sowie Jahresmitgliedschaften. Erstere kostet 20 Franken pro Abend, als Jahres-Member bezahlt man jährlich 25 Fr. und darf dafür für 15 weitere einige Stunden im Flipperparadies verweilen.

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Wer braucht schon Beleuchtung, wenn er Flipperkästen hat: In Münchenstein sitzt das erste und einzige Flipperparadies der Region.

Wer braucht schon Beleuchtung, wenn er Flipperkästen hat: In Münchenstein sitzt das erste und einzige Flipperparadies der Region.

rob
An 55 Flipperkästen darf man sich hier an jeweils einem Wochenende im Monat die Finger wundspielen.

An 55 Flipperkästen darf man sich hier an jeweils einem Wochenende im Monat die Finger wundspielen.

rob
Denn Gelegenheitsbesucher kostet der Spass 20 Franken pro Abend. Wer eine Jahresmitgliedschaft löst, zahlt nur noch 15 Franken.

Denn Gelegenheitsbesucher kostet der Spass 20 Franken pro Abend. Wer eine Jahresmitgliedschaft löst, zahlt nur noch 15 Franken.

rob

«Bei vielen Gästen ist es ähnlich wie bei uns: Sie kennen das Flippern noch von früher und finden es toll, wieder vor einem Kasten zu stehen», sagt Präsident Richard über die Besucher. Viele kämen aus der Flipper-Szene, doch bringen diese auch immer wieder weniger angefressene Bekannte in den Club, die das Flippern so wiederentdecken. Bei der jüngeren Generation seien sicherlich auch die Flipper-Spiele, die es für die gängigen Spielkonsolen gibt, ein Faktor. «Vor zwei Monaten habe ich gehört, wie ein kleiner Junge zu seinem Vater gesagt hat: Schau, die haben das Flipper-Spiel nachgebaut!»

Trotz bestehender Nachfrage will man die Öffnungszeiten nicht ausweiten – die Spielabende sollen etwas Besonderes bleiben. «Ausserdem arbeiten wir alle ehrenamtlich und in unserer Freizeit. Dies neben Arbeitspensen von 80 bis 100 Prozent», sagt Thomy Reichenstein. Es ist ein aufwändiges Hobby. Auch finanziell lohnt es sich für die sechs Aktiv-Mitglieder nicht: «Man muss klar sagen: Gewinn generieren wir keinen», sagt er. Darum gehe es ihnen auch nicht. Sondern darum, ihre Leidenschaft ausleben zu können und mit Mann, Frau und Kind zu teilen.

Für Kompetitive gibts ein Turnier

Wem Flippern gegen sich selbst zu dröge ist, seien besonders die nächsten beiden Spielabende angeraten: Während den Sommermonaten findet im Flipperclub jeweils von 21 bis 23 Uhr ein Turnier statt. Wer sich in diesen beweist, darf im September am Finale teilnehmen. Es winken Pokale und – es gibt sie tatsächlich – einen Platz auf der Flipper-Weltrangliste.

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