«Ein brutaler sportlicher Rückschlag»
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«Ein brutaler sportlicher Rückschlag»

Benjamin Huggel (28) belastet das FIFA-Urteil nach den Tumulten in Istanbul schwer. Der Schweizer Internationale zeigte sich überrascht, «dass es mich am härtesten von allen trifft».

Ebenfalls betroffen zeigte sich Nati-Teamkollege Marco Streller an einer Pressekonferenz in Köln. Die Strafe für Huggel sei ein Skandal, gab der Bundesliga-Profi zu Protokoll. Huggel habe sich bisher nichts Negatives zu schulden kommen lassen und jetzt wird er so hart bestraft, fügte der Basler an.

Am Tag nach Bekanntgabe des Strafenregisters fühlte sich Huggel entsprechend schlecht. Für ihn rückte zur Verdrängung des Frusts zunächst das Spiel «seiner» Eintracht in Nürnberg in den Vordergrund. «Ich muss mich auf die Bundesliga konzentrieren», erklärte der Basler mit leiser Stimme. Etwas anderes bleibe ihm derzeit gar nicht übrig.

In den kommenden Tagen wird Huggel zur Anfechtung des Urteils (noch) nichts unternehmen. Noch ist er nicht im Besitz der schriftlichen Urteilsbegründung. «Diese muss ich abwarten, bevor wir weitere Schritte unternehmen. Etwas anderes macht ja wenig Sinn.» Die Enttäuschung über den Spruch der Richter mag Huggel nicht zurückhalten: «Man ging überhaupt nicht auf die Umstände ein. Das verwundert mich schon sehr.»

Zweimal war Huggel zur Anhörung vor dem untersuchenden FIFA- Gremium erschienen. Hinterher musste der Schweizer Mittelfeldspieler feststellen, «dass meine Aussagen nichts an der Härte der Strafe änderten». Für ihn sei absolut nicht nachvollziehbar, gleich hart wie die türkischen Aggressoren Emre und Alpay bestraft zu werden. «Und Volkan (Goalie) und Fatih Terim kamen sogar ohne Sanktionen davon.»

Für Huggel bedeutet der Ausschluss von der WM in Deutschland «ein brutaler sportlicher Rückschlag». Zumindest gegen das mögliche Out für die EM-Endrunde 2008 im eigenen Land will der Frankfurter Professional mit allen Mitteln kämpfen.

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