Mail aus Sotschi: Ein Bus-Chauffeur jagt mir einen Schrecken ein
Aktualisiert

Mail aus SotschiEin Bus-Chauffeur jagt mir einen Schrecken ein

Täglich erreicht uns elektronische Post von unseren Reportern aus Sotschi. Herbie Egli berichtet über einen kritischen Moment auf einer Busfahrt.

von
Herbie Egli
Sotschi

Seit rund zwei Wochen gehe ich in Sotschi jeden Tag meiner Arbeit nach. Manche Leute arbeiten noch länger. Die Müdigkeit nimmt bei allen zu. Auch bei den Bus-Chauffeuren, die einen zu den Wettkampfstätten bringen.

Während einer Fahrt von Sotschi nach Krasnaja Poljana vor wenigen Tagen traute ich meinen Augen kaum. Nicht, weil diese mittlerweile weniger geöffnet sind als zu Beginn der Spiele, sondern weil ich in der zweitvordersten Reihe bemerkte, dass sich die Augen des Bus-Chauffeurs hinter der Sonnenbrille öfters für kurze Zeit schlossen. Die Folgen davon waren kurze ruckartige Lenkrad-Bewegungen, die auch anderen Medienschaffenden auffielen. Der Gedanke an Sekundenschlaf und dessen Folgen liess mich nicht los. Um den Chauffeur wach zu halten, hätte ich als DJ Musik machen können. Ich entschied mich aber dafür, extra in unregelmässigen Abständen zu husten.

Am Zielort angekommen, war ich erleichtert, dass nichts passiert war. Und ich dachte mir, die Fahrer müssen sicher Ruhezeiten einhalten. Ob das bei den Chauffeuren hier in Russland kontrolliert wird, wage ich jedoch zu bezweifeln.

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