Aktualisiert 15.07.2018 11:10

Todesfall am One Love Festival«Ein Defibrillator war erst nach 15 Minuten da»

Nachdem ein Besucher während eines Goa-Festivals in Filisur GR verstarb, erzählt ein Augenzeuge von den Rettungsversuchen.

von
ehs/stv
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Todesfall am Goa-Festival: In Filisur GR ist am Sonntag ein Mann gestorben.

Todesfall am Goa-Festival: In Filisur GR ist am Sonntag ein Mann gestorben.

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Die Todesursache ist noch unbekannt.

Die Todesursache ist noch unbekannt.

Instagram/one_love_festival_switzerland

Das Goa-Festival One Love in Filisur GR endete am Sonntag für einen Besucher tödlich. Der bewusstlose Mann konnte von den Rettungskräften nicht wiederbelebt werden (20 Minuten berichtete). Wie mehrere Leser berichten, handelt es sich beim Opfer um einen Mann im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Auf dem Festival-Gelände sei es zum Zeitpunkt des Festivals sehr heiss gewesen, sagt eine Besucherin zu 20 Minuten. An der Veranstaltung seien auch viele Besucher aus dem Ausland dabei gewesen.

Ein Augenzeuge sagt zu 20 Minuten, das Opfer sei bewusstlos unter einem Massagezelt gelegen, als ein Bekannter den Mann entdeckt habe und versucht habe, ihn aufzuwecken. Danach sei sofort die Sanität gerufen worden, die auf dem Areal ein eigenes Zelt betrieb. «Die Sanitäter kamen sofort und haben gleich Massnahmen zur Wiederbelebung eingeleitet», sagt der Mann.

«Friedlich und gut organisiert»

Einen Defibrillator hätten sie allerdings nicht dabei gehabt. «Der kam erst mit der Ambulanz, die eine Viertelstunde später eintraf.» Ein Rettungswagen war auf dem Gelände stationiert, musste aber offenbar einen längeren Weg rund um das Gelände fahren. Er habe bereits zuvor einem anderen Mann helfen müssen, der bewusstlos auf dem Gelände gelegen sei. Auch um ihn hätten sich Sanitäter gekümmert. «Das Festival war insgesamt aber äusserst friedlich und gut organisiert», sagt der Mann. Dem pflichtet eine weitere Besucherin bei. «Die Stimmung war sehr fröhlich, ich habe gestaunt, wie friedlich die Menschen waren», sagt sie.

Der betreffende Rettungsdienst teilt in einer Stellungnahme mit, die Alarmierung sei etwa fünf Minuten, nachdem der Patient entedeckt wurde, erfolgt. Zwei Minuten später habe das erste Team den Patienten erreicht. Darunter sei auch ein diplomierter Rettungssanitäter mit einem Notfallrucksack und einem automatischen externen Defibrillator gewesen. Eine zweite Einheit mit einem weiteren Notfallrucksack, einem Rettungsdienst-Defibrillator und einem CPR-Gerät sei kurz darauf eingetroffen.

Sechs Retter kümmerten sich um Patienten

Parallel zu diesem Einsatz sei die Sanitätsnotrufzentrale informiert worden. Die habe ein örtliches First-Responder-Team alarmiert, das nach etwa 15 Minuten eingetroffen sei. Dieses Team sei aber nicht eingesetzt worden, sondern als Backup zur Verfügung gestanden. «Beim Patienten befanden sich alle notfallmedizinischen Geräte innerhalb kürzester Zeit sowie sechs Personen aus dem Rettungsteam», heisst es in der Mitteilung.

Etwa 5500 Menschen nahmen am Festival teil. Die Veranstalter um die Zürcher TBA Events GmbH haben auf mehrere Anfragen von 20 Minuten nicht reagiert.

So sicher sind Festivals und Open Airs

Open-Air-Konzerte oder Festivals werden von den Gemeinden bewilligt, sagt Andy Mestka, Sicherheitschef des Open Air St. Gallen. Dabei seien kantonale Vorschriften etwa zum Feuerschutz zu beachten. Der Einsatz von Sanitätspersonal werde von den Gemeinden geregelt. Häufig komme dabei die sogenannte «Maurer-Formel» zum Einsatz, aufgrund derer berechnet werden kann, wie viele Helfer, Ärzte und Rettungswagen eingesetzt werden sollen. Für die Organisation des Sanitätsdiensts sei der Veranstalter zuständig, sagt Roland Keller von Schutz & Rettung Zürich (SRZ) gegenüber Eventfragen.ch. In der Stadt Zürich werde SRZ bei Veranstaltungen ab 10'000 Teilnehmern involviert, zudem überprüfe SRZ das Sanitätskonzept bei Veranstaltungen mit über 30'000 Besuchern im ganzen Kanton Zürich. Für private Veranstalter, die Eintritt verlangen, sei der Santitätsdienst kostenpflichtig, so Keller.

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