Nachrichtendienst des Bundes – Ein Drittel der russischen Diplomaten in der Schweiz könnten Spione sein
Publiziert

Nachrichtendienst des BundesEin Drittel der russischen Diplomaten in der Schweiz könnten Spione sein

Der Nachrichtendienst des Bundes legt nicht erst seit des Ukraine-Kriegs den Hauptfokus auf die Abwehr russischer Spionageaktivitäten. Details zu diesen Aktivitäten lassen nun aufhorchen.

1 / 6
Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) beobachtet rege russische Geheimdienstaktivitäten in der Schweiz.

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) beobachtet rege russische Geheimdienstaktivitäten in der Schweiz.

20min/Simon Glauser
Laut NDB sollen rund ein Drittel der russischen Diplomaten entweder identifizierte Angehörige des russischen Nachrichtendienstes sein oder werden verdächtigt, unter dem diplomatischen Deckmantel für den Geheimdienst tätig zu sein. 

Laut NDB sollen rund ein Drittel der russischen Diplomaten entweder identifizierte Angehörige des russischen Nachrichtendienstes sein oder werden verdächtigt, unter dem diplomatischen Deckmantel für den Geheimdienst tätig zu sein. 

20min/Simon Glauser
So sei ein Cyberangriff auf das Labor Spiez verhindert worden.

So sei ein Cyberangriff auf das Labor Spiez verhindert worden.

Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Darum gehts

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) stellt in der Schweiz eine «anhaltend aggressive Spionageaktivität fest». Dies bestätigt der NDB gegenüber dem «Blick». Spione würden demnach als offizielle Diplomaten in die jeweiligen Länder entsandt. Dort angekommen werde schliesslich versucht, an relevante Informationen zu kommen. Genaue Informationen zu den russischen Geheimdienst-Aktivitäten verrät der NDB zwar nicht, lässt jedoch mit einer weiteren brisanten Aussage aufhorchen.

So sollen rund ein Drittel der in der Schweiz akkreditierten russischen Diplomaten entweder identifizierte Angehörige des russischen Nachrichtendienstes sein oder werden verdächtigt, unter dem diplomatischen Deckmantel für den Geheimdienst tätig zu sein. 

Erfolgreiche Gegenmassnahmen

Gegenmassnahmen des Nachrichtendienstes des Bundes seien in der Vergangenheit bereits erfolgreich gewesen, teilt der NDB weiter mit. So seien 2016 und 2017 Spuren einer Einheit des russischen Geheimdienstes entdeckt worden. Dies habe schliesslich zur Verhaftung dieser Einheit in den Niederlanden geführt. Der NDB vermutet, dass die aufgeflogene Spionage-Einheit «mit grosser Wahrscheinlichkeit» auch gegen die Schweiz aktiv geworden wäre.

«Die internationale Zusammenarbeit dürfte einen Cyberangriff auf das Labor Spiez verhindert haben», so der Nachrichtendienst des Bundes gegenüber dem «Blick». Das Labor Spiez ist die schweizerische Fachstelle für den Schutz der Bevölkerung vor atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen und Gefahren. Es ist dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) unterstellt.

Angriffe auf Sportorganisationen

Die russischen Spionageaktivitäten blieben denn auch «ein Hauptfokus» des NDB. Wegen des Kriegs in der Ukraine sei man sich denn auch sicher, dass man diesen Schwerpunkt richtig gesetzt habe.

Berichtet wird weiter von Angriffen des russischen Geheimdienstes auf in der Schweiz ansässige Sportorganisationen. Darunter auch auf die Weltdopingagentur (Wada). Dies als mögliche Reaktion aufgrund der Untersuchungen zum russischen Doping-Programm. Russland wird vorgeworfen, Staatsdoping betrieben zu haben. Das russische Olympische Komitee wurde suspendiert. Russische Athletinnen und Athleten können seither nur auf IOK-Einladung bei den Olympischen Spielen an den Start gehen.

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:










(job)

Deine Meinung

76 Kommentare