Mulegns GR: Bis zu 165 km/h – organisierte Tour von Schnellfahrern aus dem Verkehr gezogen

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Mulegns GRBis zu 165 km/h – organisierte Tour von Schnellfahrern aus dem Verkehr gezogen

Am Freitag hat die Kantonspolizei Graubünden in Mulegns GR eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt. Dabei wurde eine Gruppe von Schnellfahrern, darunter vier Raser, angehalten.

von
Jeremias Büchel
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Die Lenker waren alle mit typengleichen Sportwagen des Herstellers Donkervoort unterwegs. 

Die Lenker waren alle mit typengleichen Sportwagen des Herstellers Donkervoort unterwegs. 

Kapo Gr
15 Lenker wurden am Freitag kontrolliert. Die schwarzen Blachen wurden vermutlich zum Schutz vor Regen aufgelegt. 

15 Lenker wurden am Freitag kontrolliert. Die schwarzen Blachen wurden vermutlich zum Schutz vor Regen aufgelegt. 

Kapo GR

Am Freitagvormittag führte die Kantonspolizei Graubünden auf der Strasse N29 in Mulegns GR eine Geschwindigkeitskontrolle in Richtung Savognin durch. Nach elf Uhr wurde eine lose Gruppe von 19 Autos vom Radargerät erfasst, wie die Kapo in einer Medienmitteilung schreibt. Der schnellste Sportwagen wurde mit 165 km/h gemessen. Auf diesem Strassenabschnitt gilt die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserorts.

Die nach Abzug der Sicherheitsmarge gemessenen Geschwindigkeiten betrugen 98 km/h bis 165 km/h. Als Raser gilt, wer im konkreten Fall die Höchstgeschwindigkeit um 60 und mehr km/h überschreitet. In der Folge wurden 15 Autos im Oberhalbstein angehalten und im Konvoi nach Thusis zur eingehenden Kontrolle gefahren. Vier weitere Lenker werden noch ermittelt.

Fahrausweise aberkannt

Die Kantonspolizei Graubünden hat zwölf Fahrausweise der lenkenden Personen vor Ort aberkannt. Das bedeutet für die Ausländer, dass sie in der Schweiz nicht mehr hinter dem Steuer sitzen und losfahren dürfen. «Die Personen weisen niederländische, belgische, monegassische, spanische, deutsche und französische Staatsangehörigkeiten auf», so die Kantonspolizei. Bis auf einen Lenker, der die Busse von 240 Schweizer Franken vor Ort bezahlen konnte, werden alle von der Kantonspolizei Graubünden an die Staatsanwaltschaft verzeigt. Darauf wird entschieden, wie lange die Lenker in der Schweiz kein Auto fahren dürfen. Zudem werden die Behörden in den Heimatländern informiert und diese können ihrerseits Sanktionen aussprechen. 

Gruppe wurde erwartet

Wie die Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage sagte, war es für die Polizei keine Überraschung, dass die Schnellfahrer auf dieser Strasse unterwegs waren. «Es handelt sich um eine organisierte Tour», sagt Roman Rüegg, Sprecher der Kantonspolizei Graubünden. Man habe davon erfahren und war entsprechend vorbereitet. Die Tour war im Tirol gestartet und sollte über mehrere Pässe und die Schweiz zum Gardasee in Italien führen. Die Teilnehmer bezahlen für das Reiseprogramm mit fünf Übernachtungen zwischen 7500 und 8150 Franken. 
Die Schnellfahrer waren alle mit dem typengleichen Modell des niederländischen Herstellers Donkervoort unterwegs. Diese Roadster sind ziemlich kostspielig. Das Modell im Tweet unten soll ab 240’000 Dollar erhältlich sein: 

Sieben Schnellfahrer in vier Minuten

Gruppen von Schnellfahrern gehen der Kantonspolizei Graubünden immer wieder mal ins Netz. So zum Beispiel Ende April, als im Engadin in vier Minuten sieben Schnellfahrer aus dem Verkehr gezogen wurden. Erwischt wurden sie auf der Berninastrasse H29 bei Pontresina GR. Ein Porsche, gelenkt von einem 39-jährigen Schweizer aus dem Kanton Zürich, erreichte dabei eine Geschwindigkeit von netto 150 km/h. 

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Die Bündner Kantonspolizei hatte damals insgesamt sieben Lenker aus dem Verkehr gezogen, die zu schnell unterwegs waren.

Die Bündner Kantonspolizei hatte damals insgesamt sieben Lenker aus dem Verkehr gezogen, die zu schnell unterwegs waren.

Kantonspolizei St. Gallen 
Die fehlbaren Lenker wurden allesamt auf der Berninastrasse H29 erwischt.

Die fehlbaren Lenker wurden allesamt auf der Berninastrasse H29 erwischt.

Google Street View

Im Sommer 2019 wurden vier Porsche-Raser in Bivio geblitzt. Einer war mit 140 km/h und ein anderer mit 157 km/h gemessen worden. Die vier Lenker, ein 30-jähriger Koreaner, ein 51-jähriger Koreaner, ein 41-jähriger Libanese und ein 52-jähriger Indonesier, mussten damals ein Depositum von je 6000 Franken hinterlegen. Ihre Miet-Porsches wurden sichergestellt.  

Die ausländischen Fahrrausweise der Männer wurden damals aberkannt.

Die ausländischen Fahrrausweise der Männer wurden damals aberkannt.

Kapo GR

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