Bezirksgericht Meilen: Ein Ehemann mit zu gutem Näschen
Aktualisiert

Bezirksgericht MeilenEin Ehemann mit zu gutem Näschen

Ihr Ehemann verprasse sein Geld mit Koks, und deshalb will sie seine Werbefirma übernehmen, klagte eine Kauffrau vor dem Bezirksgericht Meilen. Diesem bereitete der Fall einiges an Kopfzerbrechen, es konnte sich noch nicht zur einer Entscheidung durchringen.

von
Attila Szenogrady

Der Eintrag der Firma im Handelsregister erscheint immer noch seriös. Wie am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Meilen heraus kam, hat das Unternehmen auch gute Kunden. Allerdings steht es mit der Firma offensichtlich nicht zum Besten. Wenigstens gemäss einer Kauffrau, die am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Meilen im Rahmen einer superprovisorischen Massnahme die alleinige Übernahme des Unternehmens verlangte. Pikanterweise zulasten des von ihr getrennten Noch-Ehemannes, der bisher mittels Einzelunterschrift die alleinige Verantwortung für die Geschäfte trug.

Doch heute sei alles anders, machte die Klägerin geltend und erklärte, dass sie die Firma retten wolle. Die Frau lastete ihrem Mann an, diverse Vermögenswerte für seine Kokainsucht ausgegeben zu haben. Er habe sogar während eines Entzugsversuchs ausgerechnet in einer Kilchberger Klinik Drogen an Dritte abgegeben, warf sie ihm vor. Er sei deshalb nicht mehr fähig, das Unternehmen weiter zu leiten, erklärte die Ehefrau und machte einen Streitwert von rund 30 000 Franken geltend.

Rechtliche Knacknuss

Der Ehemann war vor Gericht nicht anwesend, weshalb seine Argumente nicht zum Zuge kamen. Allerdings kam auch das Gericht noch zu keinem Entscheid. Die Richterin verwies auf eine rechtliche Knacknuss, da bei der Klage ein Interessenskonflikt zwischen der Firma und dem immer noch mit der Klägerin verheirateten Mann aufbreche. Ein Entscheid ist in den nächsten Tagen zu erwarten.

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