Aktualisiert 04.01.2013 10:39

Schlechte Presse

Ein einig Volk von Hunde-Fressern

Vereinzelte Schweizer Bauern schlachten Hunde und verspeisen sie. Zumal das hierzulande legal ist. Ausländische Medien machen nun aus Einzelfällen eine nationale Essgewohnheit.

von
aeg

Mit Verachtung und Ekel wird in der Schweiz das Gesicht verzogen, wenn von den extravaganten Essgewohnheiten in Asien die Rede ist - «Wäähh! Würmer!», «Igitt! Heugümper!». Auch der dortige Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch löst hierzulande meist negative Reaktionen aus.

Dabei sind wir gerade bei Letzterem keinen Deut besser, wie der Artikel des «Tages-Anzeigers» vom 27. Dezember 2012 wieder einmal in Erinnerung rief. Dort wurde der Hundefleischkonsum in der Schweiz thematisiert. Gegenüber der Zeitung outen sich einige Rheintaler und Appenzeller Bauern als Hundefleisch-Esser.

Ein Bauer gibt bereitwillig Auskunft über die Praktiken auf seinem Hof. Die «Mostbröckli» bereite er immer mit Hundefleisch zu. Seine Abnehmer, meist Bauarbeiter, würden die Häppchen mit Genuss verzehren. Ein weiterer Bauer berichtet, er bringe seine Hunde meist zum Metzger. Dort würden die Vierbeiner dann sachgerecht geschlachtet.

In einer Reihe mit Thailand, China und Co.

Ebenfalls zur Sprache kommt in dem Tagi-Artikel der Fakt, dass der Verzehr des Hundefleisches, anders als in Deutschland oder Österreich, in der Schweiz legal ist. Die Schweiz ist damit in einer Reihe mit Staaten wie Thailand, China oder Indonesien.

Dies sorgt nun weltweit für Aufsehen. Zeitungen aus England, Schottland, den USA, Italien und Brasilien stürzen sich auf das Thema. Video-Teams reisen in die beschauliche Schweiz, um die Hundeverzehrenden vor die Linse zu bekommen.

«Vergesst Schokolade und Käse»

«Vergesst Schokolade und Käse, Hunde und Katzen sind die neuen Schweizer Delikatessen», schreibt Scotsman.com. «Schweizer Bauern züchten Hunde für den Eigenkonsum», titelt «O Dia» aus Brasilien und die US-amerikanische «Huffington Post» stellt fest: «Hunde- und Katzenfleisch werden von Schweizer Bauern serviert.»

Die befremliche Praxis wirft ein etwas schräges Bild auf die Schweiz, die im Ausland bisher vor allem wegen ihrer guten Schokolade, dem Käse und der hohen Lebensqualität bekannt ist. Ob durch die Berichterstattung das Image unseres Landes nachhaltig gestört wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht wird die Schweiz bald aber auch in Hundefleisch-Führern lobend erwähnt.

(Video: YouTube/andreasenehaug)

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