18.01.2017 10:14

Seltene Krankheit

Ein einziger Kuss ihres Mannes könnte sie töten

Johanna und Scott Watkins lieben sich und wohnen unter einem Dach. Doch begegnen dürfen sie sich nicht. Sonst könnte Johanna sterben.

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Ein Bild aus besseren Zeiten: Heute können sich Johanna und Scott Watkins nicht einmal mehr in einem Raum aufhalten. Grund dafür ist die Erkrankung der 29-Jährigen. Sie leidet an einer sogenannten Mastzellaktivierung (MCA), bei der die Immunabwehr gestört ist.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Heute können sich Johanna und Scott Watkins nicht einmal mehr in einem Raum aufhalten. Grund dafür ist die Erkrankung der 29-Jährigen. Sie leidet an einer sogenannten Mastzellaktivierung (MCA), bei der die Immunabwehr gestört ist.

Facebook.com/Scott Watkins
Das heisst: Die Zellen, die bei anderen Menschen den Körper vor gefährlichen Erregern warnen, sind hypersensibel. Sie schlagen auch in jenen Situationen Alarm, in denen kein Grund dafür besteht. Sogar dann, wenn sich Scott ihr nähert.

Das heisst: Die Zellen, die bei anderen Menschen den Körper vor gefährlichen Erregern warnen, sind hypersensibel. Sie schlagen auch in jenen Situationen Alarm, in denen kein Grund dafür besteht. Sogar dann, wenn sich Scott ihr nähert.

Wikimedia Commons/PD
Dass es einmal so weit kommen würde, ahnte das junge Paar nicht, als die beiden 2013 heirateten – obwohl da schon klar war, dass Johanna krank ist. Doch dann häuften sich die Symptome auf einmal und weitere kamen hinzu. Plötzlich reagierte sie allergisch auf ihre Eltern und Freunde.

Dass es einmal so weit kommen würde, ahnte das junge Paar nicht, als die beiden 2013 heirateten – obwohl da schon klar war, dass Johanna krank ist. Doch dann häuften sich die Symptome auf einmal und weitere kamen hinzu. Plötzlich reagierte sie allergisch auf ihre Eltern und Freunde.

Screenshot Youtube/Scott Watkins

Johanna und Scott Watkins führen eine aussergewöhnliche Beziehung: Wenn die Eheleute einen Film schauen möchte, müssen sie das getrennt voneinander tun. Während die 29-Jährige isoliert im Estrich von Freunden lebt, bewohnt ihr Mann ein darunterliegendes Stockwerk. Die Kommunikation erfolgt via Laptop oder Handy – auch wenn es darum geht, Fernsehsendungen zu kommentieren.

Die junge Frau verlässt der Raum nur noch, wenn sie zum Arzt muss. Hinein darf niemand ausser ihren Geschwistern, auf die sie nicht reagiert.

Hypersensible Immunabwehr

Grund für die ungewöhnliche Lebenssituation ist die Erkrankung Johannas: Sie leidet an einer sogenannten Mastzellaktivierung (MCA), bei der die Immunabwehr gestört ist.

Die Zellen, die bei anderen Menschen den Körper vor gefährlichen Erregern warnen, sind hypersensibel. Sie schlagen auch in jenen Situationen Alarm, in denen kein Grund dafür besteht. Sogar dann, wenn sich Scott ihr nähert. Damit könnte für Johanna sogar der Aufenthalt im selben Raum wie Scott tödlich enden.

Kontinuierliche Verschlechterung

Schon als das Paar 2013 heiratete, litt Johanna immer wieder unter Hautausschlägen, Reizdarm und Migränen, wie die BBC berichtet. Trotzdem war ein normales Leben möglich: Die 29-Jährige arbeitete als Lehrerin und unternahm gemeinsam mit ihrem Partner Wanderungen.

Doch dann häuften sich die Symptome auf einmal und weitere kamen hinzu. Plötzlich reagierte sie allergisch auf ihre Eltern und Freunde.

Auch das Zusammensein mit Scott veränderte sich: Musste sie zunächst nur husten, wenn sie ganz dicht bei Scott war, erlitt sie später anaphylaktische Schocks, wenn sie sich näherkamen. Da realisierten sie, dass sich ihr Leben dramatisch ändern wird.

Crowdfunding soll helfen, das Leben zu verbessern

Seit Johanna ihre Diagnose erhielt, darf sich das Paar nicht mehr in einem Raum aufhalten. Deshalb muss nun ihr eigenes Haus umgebaut werden. Um Johanna nicht in Gefahr zu bringen, müssen beispielsweise die Fenster versiegelt und ein Luftfilter eingebaut werden. Das Geld für den Umbau versucht Scott auf der Crowdfunding-Seite Gofundme.com zusammenzubekommen.

Aber damit ist das Problem noch nicht gelöst: Die gängigen MCA-Behandlungsmethoden schlagen bei Johanna nicht an, noch nicht einmal die Chemotherapie. Stattdessen verschlechtert sich ihr Zustand weiter: Mittlerweile kann sie nur noch 15 Lebensmittel zu sich nehmen. Ob sich daran jemals etwas ändern wird, ist offen. Für die junge Frau bedeutet das ein Leben in ständiger Angst: «Ich muss jederzeit mit meinem Tod rechnen.»

Die Geschichte des jungen Paares berührt. (Video: Youtube/Scott Watkins)

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