Kriens – Ein einziger Landwirt sammelt 325 Liter Silvestermüll ein
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KriensEin einziger Landwirt sammelt 325 Liter Silvestermüll ein

Sackweise musste eine Familie auf ihrem Land in Kriens Feuerwerk einsammeln. Die Landwirte müssen das jährlich tun. Dieses Jahr war es besonders viel Güsel.

von
Daniela Gigor
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So präsentierte sich der Weg bei der Busstation Obergütsch in Kriens am 1. Januar.  

So präsentierte sich der Weg bei der Busstation Obergütsch in Kriens am 1. Januar.

privat
325 Liter Güsel hat eine Familie auf ihrem Land in Kriens am 1. Januar aufgeräumt. 

325 Liter Güsel hat eine Familie auf ihrem Land in Kriens am 1. Januar aufgeräumt.

privat
Das Material lag auf ihrem Weg und der Wiese. 

Das Material lag auf ihrem Weg und der Wiese.

privat

Darum gehts

  • Raketen und Böller: Viel Feuerwerk hat eine Familie auf ihrem Landwirtschaftsland in Kriens einsammeln müssen.

  • Die betroffene Landwirtin mag Feuerwerk, doch der viele liegengebliebene Güsel muss ihrer Ansicht nach auch nicht gerade sein.

  • Um das Wohl der Tiere zu sichern, kontrolliert die Frau jeweils das Futter für die Kühe, bevor sie es in den Trögen zum Fressen verteilt.

Der betroffene Bauernhof liegt in Kriens nahe der Busstation Obergütsch. Dieser ist bei Fans von Feuerwerk jeweils an Silvester und am 1. August besonders beliebt: «Bei uns ist es eigentlich schon ein Ritual, dass wir jeweils am 1. Januar den zurückgebliebenen Müll auf unserem Land einsammeln», sagt die betroffene Landwirtin. Sie betont, dass sie selbst schöne Feuerwerke mag, und sie bedauert auch, dass jenes der Luzerner Hoteliers wegen des Coronavirus nicht stattgefunden hat. «Es ist ja auch erlaubt, jeweils an Silvester Feuerwerke abzubrennen», sagt die Frau.

Spazierende beschwerten sich bei Familie

Allerdings sei an Silvester sehr, sehr viel Feuerwerk in die Luft geschossen worden. «Es war eine Riesenmenge und einige haben ganze Batterien verschossen», so die Landwirtin weiter. Es war so viel, dass die vierköpfige Familie am 1. Januar zwei Güselsäcke à je 110 Liter und weitere drei à 35 Liter zusammengesammelt hat. Die Landwirtin hat sogar Verständnis dafür, dass die Verursacher nicht gleich wieder alles selbst entsorgen: «Man sagt ja auch, dass abgebranntes Feuerwerk wegen Brandgefahr nicht gleich in die Mülleimer geworfen werden soll.»

Ein Feuerwerk wie dieses war an Silvester wegen Corona in Luzern nicht zu sehen. (Symbolbild) 

Ein Feuerwerk wie dieses war an Silvester wegen Corona in Luzern nicht zu sehen. (Symbolbild)

Manuel Zingg 

Trotzdem sei vor allem ihr Mann während der Aufräumaktion an diesem 1. Januar so richtig sauer gewesen. Dazu beigetragen haben dürfte auch die Tatsache, dass einige Fussgänger, die wegen des schönen Wetters zahlreich unterwegs gewesen waren, wenig Verständnis für die Landwirte zeigten: «Es gab vereinzelte Spaziergänger, die sich darüber beschwerten, dass wir so viel Feuerwerk abgebrannt hätten», sagt die Frau weiter.

Nächste Aufräumaktion dürfte am 2. August folgen

Nun hat die Familie zumindest bis am 1. August wieder ihre Ruhe. Nach ihrer Aufräumaktion können sie sicher sein, dass keine Überbleibsel ihre landwirtschaftlichen Maschinen schädigen oder gar Kühe zu Schaden kommen. Um das Wohl der Tiere zu sichern, hat die Frau vorgesorgt: Sie kontrolliert jeweils ihr Futter für die Kühe, bevor sie es in den Trögen zum Fressen verteilt.

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