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DeutschlandEin «Eisernes Kreuz» für die Bundeswehr

Erstmals seit der Nazizeit verleiht Deutschland seinen Soldaten wieder einen Orden für Tapferkeit. Er entspricht in Form, nicht aber in Farbe genau dem berühmt-berüchtigten Eisernen Kreuz.

von
pbl

Vier deutsche Feldwebel haben am Montag aus den Händen von Bundeskanzlerin Angela Merkel die ersten Ehrenkreuze für Tapferkeit der Bundeswehr erhalten. Die Soldaten im Alter von 28 bis 33 Jahre hatten im vergangenen Oktober nach einem Selbstmordanschlag auf eine deutsche Patrouille in Afghanistan verletzte Kameraden und Kinder gerettet.

Sie waren nur 500 Meter entfernt, als ein deutsches Einsatzfahrzeug südwestlich von Kundus attackiert wurde. Bei dem Anschlag wurden zwei deutsche Soldaten getötet, zwei weitere verwundet. Fünf afghanische Kinder wurden durch die Explosion getötet, ein weiteres verletzt. Die vier Feldwebel eilten zum Anschlagsort und halfen den Opfern, obwohl das Fahrzeug brannte und Munition explodierte.

Reaktion auf Kriegseinsätze

Das neue Ehrenkreuz ist die erste Auszeichnung für «aussergewöhnlich tapfere Taten» seit dem Zweiten Weltkrieg. Bundespräsident Horst Köhler hatte im März der Einführung des Ordens auf Antrag von Verteidigungsminister Franz Josef Jung zugestimmt. Damit will die deutsche Regierung nicht zuletzt auf die zunehmenden Einsätze der Bundeswehr in Kriegs- und Krisengebieten reagieren. Vielen Soldaten waren gemäss «Spiegel Online» die bisherigen Einsatzmedaillen nicht gut genug.

Ein CDU-Bundestagsabgeordneter verlangte gar die Wiedereinführung des berühmt-berüchtigten Eisernen Kreuzes, das für viele zum Symbol für deutschen Militarismus geworden ist. Als Orden wird es zwar seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr verliehen, doch das Eiserne Kreuz ist nach wie vor offizielles Emblem der Bundeswehr und prangt als solches auf Schiffen, Flugzeugen und Panzern.

Am Ende resultierte ein typisch deutscher Kompromiss: das neue Ehrenzeichen hat zwar die Form des Eisernen Kreuzes, es ist jedoch goldfarben und nicht schwarz mit silbrigem Rand wie das Original. Die Linkspartei protestierte trotzdem: der Orden sei «ein Versuch, die Leute zur Akzeptanz des Krieges zu bewegen». (pbl/dapd)

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