Aktualisiert 23.06.2011 15:41

FestwochenendeEin EM-Titel zum Albanifest?

Am Wochenende steigt in Winterthur das 40. Albanifest. In der sechstgrössten Schweizer Stadt kickten schon sechs U21-EM-Finalisten.

von
Herbie Egli
Die drei ehemaligen FC Winterthur-Spieler Fabian Frei, Admir Mehmedi und Innocent Emeghara zusammen mit Xherdan Shaqiri. (Bild: AFP)

Die drei ehemaligen FC Winterthur-Spieler Fabian Frei, Admir Mehmedi und Innocent Emeghara zusammen mit Xherdan Shaqiri. (Bild: AFP)

Am Samstag spielt die Schweizer U21-Nati im dänischen Aarhus gegen Spanien um den EM-Titel. Mit dabei sind unter anderem Admir Mehmedi, Innocent Emeghara und Amir Abrashi. Alles Spieler, die einst beim FC Winterthur unter Vertrag standen. Neben diesen drei Akteuren haben mit Fabian Frei, Frank Feltscher und Pajtim Kasami drei weitere Spieler von Trainer Pierluigi Tami Winterthurer Vergangenheit. Die meisten jedoch nur in Junioren-Auswahlen und nicht in der 1. Mannschaft der Challenge League. Wenn man aber bedenkt, dass Winterthur gleich viele Spieler in der U21 stellt wie Super-League-Krösus Basel, spricht das für den Verein der zweithöchsten Schweizer Liga.

Mittlerweile verdienen diese Spieler bei grossen Vereinen ihr Geld. Mehmedi beim FC Zürich, Emeghara bei den Zürcher Grasshoppers und Kasami, der vor zwei Jahren mit der Schweizer U17 in Nigeria Weltmeister wurde, bei Palermo. Die Nati-Aufgebote und gewisse Erfolge im Verein geben ihnen recht, dass sie diesen Schritt gewagt haben. Dafür können sie nun nicht am Winterthurer Albanifest teilnehmen, was sie in früheren Jahren vermutlich getan haben. Wenn man aber einen EM-Titel gewinnen kann, verzichtet man gerne darauf.

Kein Public Viewing

Das Albanifest ist das grösste, jährlich wiederkehrende Altstadtfest Europas. Daher ist die Innenstadt an diesem Wochenende mit Bahnen, Festständen und –Zelten belegt. «Für ein Public Viewing haben wir schlicht keinen Platz», sagt OK-Präsident Beat Blaser zu 20 Minuten Online. Er verweist darauf, dass es im Festgelände genügend Restaurants gebe, die den Final eventuell zeigen. Bis Mittwochabend war auch nicht klar, ob die Schweiz den Final erreicht oder nicht.

Im Festzelt des FC Töss flimmert das Endspiel um den Pokal sicher über den Bildschirm. «Wir haben einen grossen Fernseher», bestätigt Dieter Baltensperger, OK-Präsident des Tössemer Festzeltes am Albanifest. Hier ist ein TV eigentlich auch Pflicht. Schliesslich spielte Emeghara, als der gebürtige Nigerianer 2002 mit 13 Jahren in die Schweiz kam, hierzulande als erstes bei Töss, bevor er ein Jahr später zum FC Winterthur wechselte.

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Von wo stammt der Name Albanifest?

Namensgeber des Albanifestes ist St. Alban, einer der drei Stadtheiligen von Winterthur. Eine bildliche Darstellung findet sich im mittelalterlichen Deckengemälde in der Sakristei der Stadtkirche Winterthurs. Der Termin hängt zusammen mit der Übergabe des Stadtrechtsbriefes an Winterthur am 22. Juni 1264 durch Fürst Rudolf von Habsburg, einem Erbe der Kyburger.

Die Stadt legte den Tag der Sonnwende (21. Juni) als so genanntes Albanimahl fest, um den Geburtstag der Freiheit für Winterthur zu feiern. Das Albanimahl - bestehend aus Wein, Käse und Brot durch die Stadt gespendet - fand mit Tanz und Musik statt. 1874 wurde dieses Albanimahl letztmalig durchgeführt, da die Stadt verschuldet war und nicht mehr genug Wein für die vielen Besucher aufbringen konnte.

Erst am 15. Dezember 1970 wurde unter dem Vorsitz von Alt-Stadtpräsident Urs Widmer ein Albanifest-Komitee gegründet und 1971 wieder ein Albanifest durchgeführt.

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