Tod beim Messerspiel: «Ein Engel ist viel zu früh von uns gegangen»
Aktualisiert

Tod beim Messerspiel«Ein Engel ist viel zu früh von uns gegangen»

Ein 16-Jähriger aus der Romandie ist am Dienstagabend durch ein Messer tödlich an der Brust verletzt worden. Er war auf Schulreise in Rom. Seine Mitschüler sind geschockt.

von
pwe/num
Der Waadtländer Jonathan L. starb auf Schulreise in Rom.

Der Waadtländer Jonathan L. starb auf Schulreise in Rom.

Freunde und Bekannte drücken ihren tiefen Schock über den tragischen Unfall von Jonathan L.* aus. Der 16-Jährige starb gestern Abend in Rom, nachdem er offenbar mit zwei Freunden Messerwerfen gespielt hatte.

Der Teenager teilte sich gern der Öffentlichkeit mit, sammelte mit seinen Youtube-Videos fleissig Klicks, über 5000 Follower lasen seine Neuigkeiten auf Facebook, über 18'000 Menschen lasen seine Tweets. Seine Seite wird derzeit überschwemmt mit Beileidsbekundungen. «Du fehlst mir», schreibt eine Freundin, «Ein Engel ist viel zu früh von uns gegangen» eine weitere.

Speiseröhre und Aorta durchschnitten

Das Drama nahm am Dienstagabend in Rom gegen 23 Uhr seinen Lauf. Die Klasse, auf Schulreise in Rom, war seit Montag in einem von Nonnen geführten Institut nicht weit vom Vatikan untergebracht. Die Nonnen hörten aus dem Zimmer von Jonathan Lärm – und plötzlich Schreie.

Im Zimmer auf dem Bett lag Jonathan – mit einer Verletzung an der Brust. Offenbar hatte er mit seinen Kollegen ein tödliches Spiel mit Messern gespielt. Eine Nonne alarmierte die Rettungskräfte, sagte, er blute aus dem Mund. Wiederbelebungsversuche schlugen fehl, Jonathan starb noch auf der Unfallstelle. Gemäss «Il Messagero» hat das Messer gar die Speiseröhre sowie die Aorta durgeschnitten.

«Er war ein Star in seiner Klasse»

Am Mittwoch früh kehrte die italienische Polizei an den Unfallort zurück, um die verbleibenden Schülerinnen und Schüler zu befragen und den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren.

Jonathan L. war Schüler im Elysée in Lausanne und besuchte dort die 11. Klasse. Vonseiten der Schule kommt zurzeit kein Kommentar. Wie und wann die 20 Schüler und drei Lehrer, die mit auf der Reise sind, in die Heimat zurückkehren, ist noch offen.

Ein Lehrer sagte zu «Repubblica»: «Wir sind schockiert. Mehr kann ich nicht sagen, da eine Untersuchung der Polizei im Gange ist.» Eine Mitschülerin der Parallelklasse sagte gegenüber «Le Matin», Jonathan sei ein «Star in seiner Klasse» gewesen, habe gerne und viel gelacht. «Er war einer der Guten.»

* Name der Redaktion bekannt

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