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Tödlicher Unfall in Niederuzwil SGEin fast identischer Todes-Crash geschah vor 12 Jahren

Nach dem tödlichen Unfall vom Karfreitag mit drei Toten werden an der betroffenen Strasse vorerst keine Änderungen vorgenommen. Doch vor zwölf Jahren starb an der gleichen Stelle ein 13-jähriger Junge bei einem Autounfall. 

von
Leo Butie
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Am Karfreitag prallte ein Audi A1 in diese Leitplanke und hob ab.

Am Karfreitag prallte ein Audi A1 in diese Leitplanke und hob ab.

20min/Shila Ochsner
Das Auto kam auf dem Dach liegend zum Stillstand. Drei junge Schweizer im Alter zwischen 19 und 22 Jahren verloren ihr Leben.

Das Auto kam auf dem Dach liegend zum Stillstand. Drei junge Schweizer im Alter zwischen 19 und 22 Jahren verloren ihr Leben.

Kantonspolizei St. Gallen 
Ein fast identischer Unfall geschah in der Silvesternacht von 2009. Damals unternahmen zwei Brüder im Alter von 17 und 13 eine Strolchenfahrt mit dem Auto des Stiefvaters. Der 13-Jährige kam dabei ums Leben.

Ein fast identischer Unfall geschah in der Silvesternacht von 2009. Damals unternahmen zwei Brüder im Alter von 17 und 13 eine Strolchenfahrt mit dem Auto des Stiefvaters. Der 13-Jährige kam dabei ums Leben.

Kantonspolizei St. Gallen

Darum gehts

  • Am Karfreitag starben bei einem Autounfall in Niederuzwil SG drei junge Männer.

  • Der Audi A1 prallte in eine Leitplanke und wurde in die Luft geschleudert.

  • Vor zwölf Jahren geschah ein fast identischer Unfall, bei dem ein 13-Jähriger ums Leben kam.

  • Über eine Entfernung der Leitplanke wird derzeit nicht diskutiert.

Nach dem tödlichen Unfall mit drei Todesopfern vom Karfreitag sind laut Angaben der Kantonspolizei keine sofortigen Änderungen an der Bahnhofstrasse in Niederuzwil SG geplant. «Natürlich wird aber die Strassensituation aufgrund allfälliger Unfallerkenntnisse analysiert», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen.

Bei der betroffenen Kurve handele es sich nicht um eine Stelle, bei der häufiger Unfälle passieren. In den letzten 15 Jahren wurden an derselben Stelle zwei Verkehrsunfälle registriert, einer davon aber mit tödlichem Ausgang. «In der Silvesternacht 2009 verursachte eine 17-jährige Person unter Alkoholeinfluss mit dem Personenwagen einen Selbstunfall, wobei der 13-jährige Mitfahrer verstarb», so Schneider. 

Fast identischer Unfall vor zwölf Jahren

Damals hatten der 17-Jährige zusammen mit seinem 13-jährigen Bruder das Auto ihres Stiefvaters genommen und damit eine Strolchenfahrt unternommen. Auf der Bahnhofstrasse in Niederuzwil raste das Auto in die Leitplanke und wurde über einen Fluss geschleudert. Das Auto landete anschliessend auf dem Dach. Der 13-Jährige starb noch am Unfallort. Sein älterer Bruder lag danach im Koma. «Ich kann einfach nicht fassen, was passiert ist», sagte damals der Stiefvater zu 20 Minuten.

Auch am Karfreitag prallte der Audi A1, der von einer 20-jährigen Frau gelenkt wurde, in eine Leitplanke und hob ab. Und wieder kam das Auto auf dem Dach liegend zum Stillstand. Über eine Entfernung der Leitplanke wird derzeit nicht diskutiert. «Sie dient dazu, einen Sturz von der Strasse in den Bach zu verhindern», sagt Schneider. Weiter sei sie abgeschrägt, um stürzende Motorrad- oder Velofahrende nicht zu verletzten. «Es handelt sich hier zudem um eine Innerorts-Strasse, nicht um eine Rennstrecke», so der Mediensprecher.

Untersuchungen zum Unfall laufen

Die Staatsanwaltschaft macht mit Verweis auf die laufende Untersuchung keine weiteren Details zum tödlichen Unfall bekannt. Ob gegen die Lenkerin Anklage erhoben wird, ist ebenfalls noch unklar. «Dazu kann die Staatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen. Es müssen zuerst sämtliche Untersuchungsergebnisse vorliegen, bevor die Staatsanwaltschaft entscheidet», sagt Medienbeauftragter Leo-Philippe Menzel.

Die 20-jährige Lenkerin sowie die 16-jährige Beifahrerin befinden sich noch immer im Spital. Dies teilte die Staatsanwaltschaft St. Gallen am Mittwochnachmittag auf Anfrage von 20 Minuten mit.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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