Mitsubishi Celeste - Ein fast vergessenes Nippon-Coupé
Der Mitsubishi Celeste überzeugte mit einer grossen Heckklappe, einem variablen Innenraum und modernen Motoren.

Der Mitsubishi Celeste überzeugte mit einer grossen Heckklappe, einem variablen Innenraum und modernen Motoren.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
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Mitsubishi CelesteEin fast vergessenes Nippon-Coupé

Mit dem Modell Celeste hatte Mitsubishi in den 70er-Jahren ein heisses Eisen im Feuer, auch wenn das Coupé heute fast vergessen ist.

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Bruno von Rotz

1976 begann Mitsubishi die Fühler nach Europa auszustrecken, 1977 kam die Marke in die Schweiz. Ein Newcomer war der japanische Autobauer allerdings nicht, das erste Automobil entstand bereits 1917.

Im Herbst 1975 hatte Mitsubishi den Celeste an der 21. Tokio Motor Show vorgestellt. Ausgerüstet mit 1,4- und 1,6-Liter-Motoren überzeugte das zweitürige Coupé mit einer grossen Heckklappe, einem variablen Innenraum und modernen Motoren.

Gefällige Coupé-Linie, moderne Technik

Dem neuen Coupé sah man die japanische Herkunft durchaus an, auch amerikanische Styling-Tendenzen waren auszumachen. Das Gesamtergebnis war hübsch anzuschauen und punktete vor allem auch funktionell.

Unter der Motorhaube gab es für Europa 1,6- und 2,0-Liter-Motoren mit 73 und 90 PS Leistung. Die fortschrittliche Konstruktion konnte mit einem Leichtmetall-Zylinderkopf, hängenden Ventilen, einer obenliegenden Nockenwelle, einem Fallstrom-Doppelvergaser, aber vor allem mit zwei Ausgleichswellen zur Senkung der Vibrationen aufwarten. Mitsubishi war der erste Autobauer, der diese bereits 1904 von Frederick Lanchester patentierte Konstruktionsweise in der Grossserie einsetzte.

Während die Motoren von Mitsubishi innovativ waren, gestaltete man das Fahrwerk eher klassisch. Die vorderen Räder wurden von McPherson Federbeinen geführt, während hinten eine Starrachse mit Blattfedern den Bodenkontakt und die Übernahme der Antriebskräfte übernahm.

Der Mitsubishi Celeste 1600 ST von 1977 verfügt über eine klassische Fastback-Coupé-Form.

Der Mitsubishi Celeste 1600 ST von 1977 verfügt über eine klassische Fastback-Coupé-Form.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Die praktische Heckklappe gibt Zugang zu einem variablen Innenraum mit abklappbarer Rückbank.

Die praktische Heckklappe gibt Zugang zu einem variablen Innenraum mit abklappbarer Rückbank.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Kompakt, 4,11 Meter lang, 2,34 Meter Radstand.

Kompakt, 4,11 Meter lang, 2,34 Meter Radstand.

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Umfangreiche Ausstattung

An Serienausstattung sparte Mitsubishi nicht. So gab es bei allen Modellen eine Verbundglas-Frontscheibe, eine Heckscheibenheizung, Automatikgurten, vordere Kopfstützen, ein MW-/UKW-Radio und getönte Scheiben. Die teureren Ausstattungsvarianten waren geradezu luxuriös ausgerüstet. Viele Komfortattribute, die bei der Konkurrenz teuer dazu bezahlt werden mussten, waren bei diesen Celeste-Modellen bereits im Listenpreis ab CHF 14’550 drin. Gut fünf Jahre wurde das Coupé, das in den USA auch als Plymouth Arrow angeboten wurde, gebaut.

Angenehmer Begleiter

Der Mitsubishi Celeste ist ein kompaktes Auto. Nur gerade 411,5 cm lang, 161 cm breit und 133 cm hoch ist das Fliessheckcoupé. Im Innern empfängt einen der typische Japan-Look der Siebzigerjahre, aber an Ausstattung hat man damals wirklich nicht gespart. Die Rundumsicht ist hervorragend und die kleinen zusätzlichen Seitenfenster hinten haben einen echten Nutzen.

Der Mitsubishi lässt sich manierlich starten, die Gänge des Vierganggetriebes rasten sicher ein. Alles führt sich stabil und wertig an, strömt Vertrauen aus. Die 73 PS reichen für flüssiges Vorankommen, richtig sportliche Fahrleistungen sollte man aber nicht erwarten.

Der Motor läuft dank der Ausgleichswellen zwar ohne unangenehme Vibrationen, dass er vier Zylinder aufweist, kann er wegen seines Laufgeräusches aber nicht verhehlen. Ab 4500 Umdrehungen wird er zunehmend lauter, ohne deswegen mit zusätzlicher Dynamik zu verwöhnen. Das Fahrwerk wirkt komfortabel, die Seitenneigung unterbindet allzu forsches Tun auf der Strasse meist im Keim, obwohl das Heckmotorcoupé durchaus zum flüssigen Fahren reizt.

Heute dürfte man kaum je einem zweiten Exemplar begegnen und wäre der Wagen nicht so umfangreich beschriftet, müsste man sicherlich öfters neugierige Fragen von Passantinnen und Passanten beantworten.

Weitere Informationen, viele Bilder und die damalige Verkaufsliteratur gibt es auf www.zwischengas.com.

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