18.11.2020 09:52

Tödlicher Unfall an FasnachtEin fehlender Knoten liess den Fasnächtler abstürzen

Ein tödlicher Unfall überschattete in der Baselbieter Gemeinde Liesberg die Fasnacht 2019. Ein 40-Jähriger stürzte damals von einer Aufhängung eines Fasnachtswagens. Jetzt hat die Justiz das Unglück aufgearbeitet.

von
Lukas Hausendorf
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Am 3. März 2019 verunglückte in Liesberg ein 40-jähriger Fasnächtler tödlich während des Umzugs im Dorf. Er stürzte von einem Drehkreuz, an dem er über dem Fasnachtswagen hing.

Am 3. März 2019 verunglückte in Liesberg ein 40-jähriger Fasnächtler tödlich während des Umzugs im Dorf. Er stürzte von einem Drehkreuz, an dem er über dem Fasnachtswagen hing.

Steve Last
Der 40-jährige J. war im ganzen Dorf bekannt. An der Unglücksstelle versuchten ihn Zuschauer des Umzugs noch mit einem Defibrillator wiederzubeleben. 

Der 40-jährige J. war im ganzen Dorf bekannt. An der Unglücksstelle versuchten ihn Zuschauer des Umzugs noch mit einem Defibrillator wiederzubeleben.

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Jetzt hat die Baselbieter Justiz den Fall aufgearbeitet. Demnach führte eine ungenügende Verknotung des Seils, an dem das Opfer befestigt war, zum Unglück. Ein zweiter Knoten hätte ihm das Leben gerettet, ist für den Sachverständigen klar. 

Jetzt hat die Baselbieter Justiz den Fall aufgearbeitet. Demnach führte eine ungenügende Verknotung des Seils, an dem das Opfer befestigt war, zum Unglück. Ein zweiter Knoten hätte ihm das Leben gerettet, ist für den Sachverständigen klar.

Steve Last

Darum gehts

  • Im März 2019 kam es während des Fasnachtsumzugs in Liesberg BL zu einem tödlichen Unglück.

  • Ein als Superheld verkleideter Fasnächtler stürzte von einer Aufhängung des Fasnachtswagens.

  • Die Strafuntersuchung zeigt nur: Er war ungenügend gesichert. Nun ist das Verfahren abgeschlossen.

Das Unglück stürzte ganz Liesberg in Schockstarre. Jeder kannte in der kleinen Gemeinde im Kanton Baselland den 40-jährigen J.*, der am 3. März 2019 während des Fasnachtsumzugs im Dorf vom Wagen der Clique Sturmtrupp stürzte und noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen erlag. Jetzt ist klar, weshalb es zur Tragödie kam. Das Baselbieter Strafgericht hat den Fall am Dienstag abgeschlossen, wie die «Basler Zeitung» berichtet.

Der Verstorbene hing als Superheld verkleidet an einem Drehkreuz über dem Fasnachtswagen. Dabei war er aber ungenügend gesichert. Das belegen Fotos, die von Zuschauern des Umzugs gemacht wurden und von der Staatsanwaltschaft ausgewertet wurden. Demnach war das Seil, an dem das Opfer hing, nur mit einem halben Schlag verknotet. Ein zweiter Knoten hätte dem Mann das Leben gerettet.

War das fahrlässige Tötung, wie die Staatsanwaltschaft dem Obmann der Clique vorwarf? Zumal sie ihm auch vorwarf, ein ungeeignetes Seil verwendet zu haben. Der Sachverständige äusserte sich im Prozess aber nicht dazu, ob der Schiffstau für das Tragen einer schwebenden Last wirklich nicht geeignet war. Unklar blieb am Ende auch, wer für die ungenügende Verknotung verantwortlich war. Der beschuldigte Obmann und zwei weitere befragte Fasnächtler sagten aus, sie wüssten es nicht.

Im Zweifel für den Angeklagten wurde der Obmann schliesslich freigesprochen. Die Gerichtskosten von 11’000 Franken gehen zulasten der Staatskasse.

Trauerst du oder jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Tel. 147

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