Aktualisiert 14.03.2013 22:38

Daniel Lopar«Ein Fehler, und ich bin der Buhmann»

Daniel Lopar (27) bewahrte St. Gallen gegen Thun vor einer weiteren Pleite. Doch der Goalie bleibt auf dem Boden.

von
Andy Huber

Daniel Lopar, bei der Nullnummer gegen den FC Thun sorgten Sie mit Ihren tollen Paraden dafür, dass der FC St. Gallen nicht verlor. Sind Sie ein wenig stolz auf sich?

Das hat nichts mit Stolz zu tun. Ein Fehler im nächsten Spiel, und ich bin der Buhmann. Man darf die Ereignisse nicht überbewerten. Ich bin zufrieden mit der Leistung gegen Thun – mehr nicht.

Das tönt schon sehr bescheiden. Thuns Nelson Ferreira hat Sie für Ihre tolle Leistung explizit gelobt!

Danke für die lobenden Worte. Noch lieber hätte ich die drei Punkte in St. Gallen behalten. Es passt nicht zu mir, grosse Töne zu spucken.

Der FC St. Gallen ist mässig in die Rückrunde gestartet, holte in 5 Spielen nur 4 Punkte. Woran liegt es?

Wir wurden in den letzten Partien für jeden Fehler, den wir begingen, knallhart bestraft. Da war in der Vorrunde nur selten der Fall. Und wenn es wie ein Klischee tönt: Letzten Herbst hatten wir einfach auch viel mehr Wettkampfglück. Das kann man und das wollen wir uns jetzt wieder erarbeiten. Wir müssen noch konzentrierter zur Sache gehen, uns auf unsere Tugenden besinnen, die uns stark machen. Das heisst: Kämpfen und solidarisch auftreten.

Einen ersten Beweis dafür kann Ihr Team schon am Samstag gegen Lausanne liefern. Wie beurteilen Sie die Ausgangslage vor dem Match gegen den Tabellen-Siebten?

Etwa ähnlich wie gegen Thun. Lausanne zeigte zuletzt jedoch eine klare Aufwärtstendenz. Der Trainer (Laurent Roussey, Red.) leistet dort gute Arbeit und hat sein Team sehr gut eingestellt. Die Vorzeichen sind in etwa die gleichen wie gegen Thun: 95 Prozent werden nicht zum Sieg reichen – wir müssen alles geben.

Und dabei dumme Karten vermeiden?

Ja, unglückliche Karten müssen zwingend vermieden werden.

Momentane Baisse hin oder her: Hätten Sie vor der Saison für einen dritten Platz zu diesem Zeitpunkt der Meisterschaft unterschrieben?

Das hätte ich blind getan! Aber mit dem Erfolg steigt auch die Erwartungshaltung an die Mannschaft. Dennoch ist für mich klar, wenn wir diesen Rang bis Ende Saison halten können, ist dies ein Erfolg!

Und der FC St. Gallen würde erstmals seit der Saison 2001/02 wieder auf Europas Fussball-Bühne stehen.

Ich beginne jetzt sicher nicht zu träumen. Wie schon gesagt, wir müssen uns hundertprozentig auf das Spiel konzentrieren, das gerade ansteht, unseren Fokus voll darauf ausrichten. Die Tabelle können wir dann immer noch im Mai genauer studieren.

Wie hoch ist die Prämie für einen Europacup-Platz in Ihrem Vertrag?

(Schmunzelt) Lassen wir dieses Thema.…

Im letzten Interview mit 20 Minuten sagten Sie, dass Sions Andris Vanins der beste Torhüter der Liga sei. Ist das immer noch Ihre Meinung?

Als Goalie lebt man immer auch von den Mitspielern. Und wenn es Sion momentan nicht optimal läuft, bleibe ich dabei, dass er top ist. Er spielt definitiv auf konstant hohem Niveau.

Letzte Frage: Die Nati spielt in einer Woche in der WM-Quali gegen Zypern. Sind Sie ein wenig frustriert darüber, dass Sie die Partie nur am TV mitverfolgen müssen?

Nein. Die Hierarchie bei den Goalies unter Herr Hitzfeld ist bekannt und voll zu akzeptieren. Ich kann nur versuchen, mein Bestes für den FC St. Gallen zu geben. Alles andere kann ich nicht beeinflussen. Also mache mir auch keine allzu grossen Gedanken darüber.

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